Kärntner Feuerwehren: Stark im Einsatz!

Retten, Löschen, Bergen, Schützen – das sind die historischen Kernaufgaben der Feuerwehr. Das Einsatzspektrum hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch massiv ausgeweitet und es gibt kaum ein Unglück, bei dem die Kärntner Feuerwehr nicht am Einsatzort vertreten ist: Brand- und Schadstoffeinsätze, Verkehrsunfälle, Schadholzaufarbeitung, steckengebliebene Aufzüge und natürlich Katastropheneinsätze wie Ende Oktober. „Die Unwetterserien haben zu einer vermehrten Einsatztätigkeit geführt. Wir sind in eineinhalb Wochen zu rund 1.500 Einsätzen ausgerückt“, erzählt Martin Sticker (42), Bezirksbeauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in Villach Land, der selbst seit knapp 30 Jahren Mitglied bei der FF St. Jakob im Rosental ist.

Wasser & Schlamm

In Kärnten sind derzeit 399 Freiwillige Feuerwehren, 19 Betriebsfeuerwehren und eine Berufsfeuerwehr in Klagenfurt im Einsatz. In welchen Ausnahmesituationen die rund 24.000 Mitglieder der Bevölkerung unentgeltlich zur Seite stehen, davon erzählt zum Beispiel Roman Urbancic (87) aus Rattendorf: „Knapp ein Meter Wasser ist nach der Überschwemmung in unseren Wohnräumen gestanden. Die Feuerwehrleute haben uns geholfen, das Wasser und den Schlamm zu entfernen. Sobald alles getrocknet ist, können wir wieder einziehen.“

Ehrenamt

Dass die Ausbildung und Einsätze der Kameraden und 1.000 Kameradinnen in Kärnten unentgeltlich sind und in deren Urlaubszeit stattfinden, ist Fakt: „Wir haben mit der Wirtschaft ein sehr gutes Einvernehmen. Natürlich müssen Einsätze mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. Die Betriebe haben genug Arbeit. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang ist die Basis“, so Sticker. Otmar Zankl (51), Geschäftsführender Gesellschafter von Landtechnik Zankl und seit über 35 Jahren bei der FF Rattendorf erzählt: „In unserem Familienbetrieb mit Standorten in Jenig und Klagenfurt beschäftigen wir 30 Mitarbeiter. 22 davon sind Mitgliedervon Feuerwehren. Im Ernstfall haben meine Mitarbeiter die Erlaubnis, sofort in den Feuerwehrdienst zu gehen. Auch ich rücke selbst mit aus.“ Ein verbesserungswürdiger Punkt: „Ich möchte an die Politik appellieren, eine Lösung zu finden, dass die freiwilligen Helfer für den Einsatz nicht auch noch ihre Urlaubstage hergeben müssen. Es darf aber nicht auf Kosten der Arbeitgeber gehen“, gibt Zankl zu bedenken.

Problematik & Hilfe

Rund 30 bis 40 Mio. Euro an Versicherungsleistungen werden nach den aktuellen Unwetterkatastrophen in Kärnten ausbezahlt. Viele Betroffene bleiben auf den Schäden sitzen. „Seit mehr als 10 Jahren fordern wir die Einführung einer obligatorischen Pflichtversicherung. Wir brauchen eine gesetzliche Regelung. Vernünftige Konzepte gibt es bereits“, so Gerhard Schöffmann, Vorstandsdirektor der KLV. Caritas-Spenden für die Bevölkerung: Kärntner Sparkasse AT40 2070 6000 0000 5587 Zweck: Katastrophen Kärnten

Voting

Der Kärntner Landesfeuerwehrverband ist der dienstälteste in Österreich. 2019 wird das 150-Jahr-Jubiläum groß gefeiert. Dieses Jubiläumsjahr möchten wir mit einem Voting einläuten und suchen die beliebteste Freiwillige Feuerwehr Kärntens. Stimmen Sie ab und gewinnen Sie 3 x 1 Hirter-Genuss-Box. Der Sieger-Feuerwehr winkt eine kostenlose Vorstellung im Weekend Magazin Kärnten.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 28.11.2018