Stöpsel-Hilfe: Sammeln und helfen

Vor acht Jahren startete der Slowenische Kulturverein Edinost aus Bleiburg die Sammelaktion „Nachbarschaftshilfe kennt keine Grenzen – wir sammeln Plastikverschlüsse und helfen“. Damals half man einem kleinen Mädchen aus Slowenien, das mit den Folgen einer Gehirnhautentzündung zu kämpfen hat. Mittlerweile hat sich das Projekt auf ganz Österreich ausgebreitet und es wird zehn Kindern laufend und acht weiteren punktuell geholfen.

Gezielte Hilfe

So wird in diesem Jahr für Elias gesammelt, der seit einem tragischen Badeunfall Hilfe braucht. „Wir haben Elias Familie die Hälfte des Sammelergebnisses zugesagt - rund 15.000 Euro“, erzählt Obmann-Stellv. Boris Sturm, der die Stöpsel-Aktion 2010 ins Leben gerufen hat.

Helfende Hände

Das eine solch beachtliche Geldsumme gespendet werden kann, ist vor allem jedem einzelnen Sammler zu verdanken, aber auch dem jahrelangen Engagement des Initiators Sturm. „Es ist eine große organisatorische und logistische Herausforderung die gesammelten Verschlusskappen an ihren Bestimmungsort zu bringen. Ich bin froh, dass ich so viel Unterstützung bekomme.“ Besonders dankbar ist Sturm für die Hilfe von Peter Machek aus Wien, der mittlerweile mit der gesamten Organisation und Koordination im Osten Österreichs betraut ist. „Peter hat auch die gesamte Homepage erstellt, wo wirklich jede kleinste Information rund um die Hilfsaktion zu finden ist.“

Wichtige Unterstützer

Aber nicht nur einzelne freiwillige Hände sind wichtig – auch die Hilfe von großen Unternehmen ist für die Charity-Aktion essentiell. So stellt in Wien die Spedition MHM einen Schiffscontainer, den Lagerplatz sowie einen Stapler mit Fahrer zur Verfügung. Ähnlich verhält es sich in Kärnten. Beispielsweise hat Abfall Recycling Austria in Bleiburg ebenfalls einen Gratis-Container bereitgestellt. Die Firma Zadruga in Bleiburg unterstützt bereits von Anfang mit ihrer Infrastruktur. Schenker Austria ist ebenfalls aktiv in die Sammelaktion involviert und hilft u. a. mit Gratistransporten.

Neuer Recyclingpartner

Wofür aber der ganze logistische Aufwand, wenn es nicht Recycling-Unternehmen gäbe, die das Sammelgut auch entgegennehmen? Von Anfang an arbeitet Sturm mit dem slowenischen Recyclingunternehmen MPI zusammen. Dieses bezahlt pro Tonne Verschlusskappen (Kennzeichnung PE, HDPE, LDPE und PP) 260 Euro. Ein weiterer Abnehmer ist Europlast in Oberkärnten, die pro Tonne sortenreines Material (Nur PE!) 375 Euro bezahlt. „Erfreulich ist auch, dass wir seit Anfang Juni einen Recyclingpartner in NÖ haben. Ab sofort wird das Sammelgut im Osten Österreichs zu Candi Plastic in Sollenau transportiert, das erspart lange Transportwege. Auch sie bezahlen 260 Euro pro Tonne.“

Tolle Ergebnisse

Boris Sturm kann stolz sein. Waren es im ersten Sammeljahr ca. 5,6 Tonnen, sind es mittlerweile mehr als 140 Tonnen, die pro Jahr gesammelt werden. Tendenz steigend! Ein Sammeljahr läuft jeweils vom 1. 9. bis 31. 8. Das jährliche Ergebnis wird dann regelmäßig am Bleiburger Wiesenmarkt im Zelt des Kulturvereins präsentiert, womit auch das neue Sammeljahr startet.

Tags

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 27.08.2018