Männersache: Kärntner mit großer Vorbildwirkung

Männer in einer typischen Frauendomäne: Der Erziehungsbereich ist auch im 21. Jahrhundert von weiblicher Hand dominiert. Zwei Kärntner, die gegen den Strom schwimmen, sind der Villacher Herbert de Pasqualin und der Ebenthaler Andreas Selisnik. Ersterer hat mit seiner Entscheidung, den Beruf eines Kindergärntners zu ergreifen, Pionierarbeit geleistet – und ist auch nach 30 Jahren noch begeistert von diesem Job, den er im Kindergarten Villach-Landskron als „Hahn im Korb“ ausübt. Selisnik steht am Anfang, er lässt sich derzeit umschulen und wird im April seine Abschlussprüfung absolvieren. Auf die Arbeit mit den Kleinen freut er sich schon.

Zweiter Bildungsweg

1986 entschied sich der damals 21-jährige Herbert de Pasqualin, seinen Beruf als kaufmännischer Angestellter hinzuschmeißen und startete seine Ausbildung zum Kindergartenpädagogen an der BAKIP (Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik) in Klagenfurt. „Ich durfte damals aufgrund meines Alters schon in der zweiten Stufe starten, musste aber natürlich die Prüfungen der ersten Klasse alle nachmachen“, erzählt der Oberkärntner. Außer ihm waren damals zwei weitere Männer in dieser Schule. „Doch so viel ich weiß, arbeiten beide nicht in diesem Bereich“, sagt der zweifache Vater und Opa in spe. Seine Motive für den Jobwechsel sind leicht erklärt: „Ich wollte einfach mit Kindern arbeiten, man kann mit ihnen so viel machen, ihnen so viel beibringen, und die Erfolge sind gleich sicht- bar.“ Es sei wichtig, dass auch Männer in der Kindererziehung tätig sind, denn die Geschlechter haben einfach unterschiedliche Ansätze – und das sei auch gut so.

Innere Zufriedenheit

Dass eine väterliche Figur in den Betreuungseinrichtungen wichtig ist, davon ist auch der 24-jährige Andreas Selisnik felsenfest überzeugt. Der Ebenthaler hat seine Schlosserlehre vorzeitig beendet, um sich der Ausbildung zum Kleinkinderzieher im Institut für Bildung und Beratung (IBB) in Klagenfurt zu widmen. Er hat schon einige Praktika hinter sich und ist nach wie vor begeistert. „Ich habe gemerkt, dass mich nacheinem solchen Tag eine innere Zufriedenheit überfällt, weil ich etwas Gutes für die Gesellschaft getan habe, indem ich an der Erziehung von Kindern mitgewirkt habe.“ Sinneswandel Überrascht von seiner Entscheidung waren Familie und Freunde, doch am meisten wohl er selbst. „Als Jugendlicher war ich total genervt von Kindern, ich hätte mir nie gedacht, dass ich mal in diesem Bereich arbeiten werde. Tat- sächlich genieße ich es.“ Die Arbeit mit Kindern sei einfacher als mit Erwachsenen. Die Kleinen seien noch formbar, man kann sie auf den richtigen Weg führen, so Selisnik.

Standhaftigkeit

Jungen Burschen, die den Beruf eines Kinderbetreuers ergreifen wollen, raten Herbert de Pasqualin und Andreas Selisnik, sich von den negativen Meinungen des Umfelds nicht de-motivieren zu lassen. Gerade im Sozialbereich gehe es nicht darum, die Zeit am Arbeitsplatz „runterzubiegen“. De Pasqualin betont abschließend: „Man muss es gern machen und dazu stehen!“

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 03.03.2016