Familienfreundliche Arbeitswelt

Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg Kärntens. Das betont Familienministerin Sophie Karmasin während ihres Kärnten-Aufenthaltes im Rahmen eines Vernetzungstreffens. Sie ruft nicht nur Länder und Gemeinden, sondern auch Unternehmen dazu auf, gemeinsam eine familienfreundliche Arbeitswelt zu schaffen. „Mein Ziel ist es, Österreich bis 2025 zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen“, stellt die Bundesministerin klar. Wir seien zwar auf einem guten Weg und es habe sehr viel Fortschritt in diese Richtung gegeben, dennoch sei noch einiges zu tun.

Investition in Zukunft

Für Karmasin spielt die Kinderbetreuung hierbei eine zentrale Rolle. Die Erhöhung der Betreuungsquote der unter Dreijährigen soll von derzeit 26 Prozent bis zum Jahr 2018 auf 33 Prozent ansteigen. 305 Millionen Euro werden in Schaffung von Plätzen und Qualitätssteigerung investiert. 2015 wurde außerdem die Initiative „Unternehmen für Familien“ ins Leben gerufen. Diese soll dazu beitragen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer Selbstverständlichkeit wird. Österreichweit beteiligen sich bereits rund 200 Unternehmen freiwillig an dieser Initiative. In Kärnten beispielsweise die BKS Bank AG, Infineon Technologies Austria AG, das Hilfswerk Kärnten oder die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Vorreiter-Rolle

Die BKS Bank gilt als Paradebeispiel. „Wir haben schon seit 1998 eine Krabbelstube im Haus und waren damals die ersten, die ihren Mitarbeitern dieses Service angeboten haben“, ist BKS-Vorstandsmitglied Dieter Kraßnitzer stolz. Er zählt weitere familienfreundliche Aktivitäten seines Hauses auf: „Gleitzeit ohne Kernzeit, flexible Teilzeit-Modelle auch für Führungskräfte, Gesundheitsprogramme oder anonyme kostenlose Beratung in Notsituationen – das alles sorgt für eine gute Work-Life-Balance und trägt damit direkt zur Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeiter bei.“ Gerade im Bankgeschäft sei eine niedrige Fluktuationsrate bei den Mitarbeitern wichtig. Mit den Angeboten würde man diese auf jeden Fall sicherstellen.

Wahlfreiheit entscheidend

Auch Landesrat Christian Benger betonte die Wichtigkeit der Initiative „Unternehmen für Familien“. Sie schaffe Bewusstsein für Chancen, die es zu nutzen gilt. Ein Anliegen sei ihm die Wahlfreiheit – gerade eine flexible Nachmittags- und Hortbetreuung sei in diesem Zusammenhang wichtig. Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl betont abschließend: „Eines ist klar: Wir brauchen eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft und niemanden, der Kinderlärm als lästig und Kinder als Belastung empfindet! Kleine Firmen können sich selbstverständlich nicht eine eigene Kinderbetreuung für ihre Mitarbeiter leisten, deswegen ist die öffentliche Hand gefragt.“

Best Practice-Beispiele und weitere wichtige Informationen zur Initiative gibt es unter www.unternehmen-fuer-familien.at.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 03.03.2016