Zum Fürchten: Klagenfurt wird zur Geisterstadt

Ein frecher Aufruf ging durchs Land: In den frühen Morgenstunden vom 31. Oktober 2019 war die halbe Innenstadt Klagenfurts mit gespenstischen Luftballons verhangen, die nicht nur an Halloween erinnern sollten. Dass die Innenstadt gerade kein schönes Bild abgebe, verdanke man den vielen Leerständen, so Martina Karulle, Unternehmerin und Klagenfurts JW-Vorsitzende. Das Weihnachtsgeschäft stagniert seit Jahren, im Sommer kommt Klagenfurt einer Geisterstadt gleich und nur durch Veranstaltungen wie etwa dem Picknick in der Innenstadt schaffen die Unternehmer eine effektive Innenstadtbelebung, die Menschen ins Zentrum bringt. „Ohne tatkräftige Eigeninitiative durch einige Wenige ist es zum Fürchten“, so Karulle, die den Aktionismus #luftleer mit ihrem Team bestehend aus den Unternehmern Nika Basic, Paul Haas, Livia Graf, Verena Kulterer, Tom Ogris, Felix Franz, Flo Semmler und der Klagenfurter JW-Bezirksgeschäftsführerin Christina Tscharre von der Wirtschaftskammer Kärnten in den frühen Morgenstunden umsetzte. Ein Making-of-Video wurde von der Aktion gedreht und geht nun viral, um auf die Thematik aufmerksam zu machen.

Nur heiße Luft

Dabei haben die jungen Wilden ganz klare Vorstellungen einer funktionierenden Wirtschaft und fordert ernstgemeinte Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt, die einer Landeshauptstadt würdig sind. „Mit günstigen Parkmöglichkeiten, GRATIS Park & Ride vorzugsweise an Freitagen und Samstagen, Wohnungsanreizen in der City und einem erleichternden Bürokratieabbau können wir gemeinsam gegen die vielen Leerstände in Klagenfurt ankämpfen.“

Einladung zum Aktionismus

So wurden die unzähligen Leerstände in ganz Klagenfurt mit Gespensterluftballons, die einer Geisterstadt würdig sind, markiert und dadurch für den Zeitraum des Aktionismus sichtbar gemacht. Nun waren die Politiker aufgefordert, mit vorab übergebenen Stecknadeln die Luft aus dem Thema zu lassen und sich endlich der Thematik mit einem nachhaltigen Konzept für einen lebenswerten Wirtschaftsstandort einzusetzen. Zu allererst wird von der Jungen Wirtschaft die offene Kommunikation mit den Unternehmern eingefordert, die bis dato leider nicht in mögliche Entstehungsprozesse eingebunden sind. Scharf kritisiert werden auch die Hauseigentümer, die in vielen Fällen mittlerweile auf eine Vermietung keinen Wert legen und somit die Innenstadt lahmlegen.

Gemeinsam

Nicht immer ist die Politik als einzige für den derzeitigen Zustand der Leerflächen verantwortlich zu machen. Auch das Konsumentenverhalten gehört hinterfragt. Die Junge Wirtschaft will gemeinsam mit allen Verantwortlichen Menschen dazu bewegen, im Einzelhandel vor Ort einzukaufen. Und durch die Eigentümer sollen leistbare Mieten und kurzfristige Möglichkeiten für belebende Pop-up-Stores ermöglicht werden. „Gemeinsam können wir für ein zukunftsfittes und modernes Klagenfurt Ideen steigen lassen. Wir haben es in der Hand“, motiviert Karulle für ein offenes Miteinander und nachhaltiges Konzept.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 31.10.2019