Gertrud‘s Garten in Dornbirn

Weekend: Schätzen die Leute die Nahversorgung in der Krise?
Gertrud Baumgartner: Ich glaube, die Leute schätzen es generell, aber jetzt formulieren sie dies beim Einkauf auch mit Worten. Derzeit kommen viele Markt-Stammkunden in den Hofladen, wo Waren sehr komfortabel direkt ins Auto oder ins Lastenfahrrad gepackt werden können.

Weekend: Welcher Wandel zeigt sich?
Gertrud Baumgartner:
Wir spüren, dass es viel mehr Vegetarier und Veganer gibt und die Nachfrage nach unserem Gemüse hoch ist. Derzeit ist es sehr trocken – wir müssen viel tränken. Wir können keinen Feldbrunnen schlagen, da dessen Wasser zu eisenhaltig wäre und das Gemüse quasi „rostige“ Flecken bekäme. Das Grundwasser am Hof ist hervorragend, wir fahren es mit einem Tankwagen auf die Felder.

Weekend: Verzeichnen Sie mehr Kunden als vor Corona?
Gertrud Baumgartner:
Die Schweizer Konsumenten und die Gastronomie fehlen uns komplett, dafür kommen sehr viele Fahrradfahrer und kaufen im Hofladen ein. In der Region schätzt man unser frisches Gemüse – wir benötigen teilweise einen Parkplatzeinweiser. Die Leute sind sehr diszipliniert. Dennoch fehlt uns der Wochenmarkt sehr, und wir freuen uns schon auf seine Öffnung!

ZUR PERSON: Gertrud Baumgartner

  • Jahrgang 1973 Dornbirn
  • verheiratet mit Helmut, zwei Kinder – Tochter Julia arbeitet bereits in „Gertrud’s Garten“
  • Werdegang: Zierpflanzengärtnerin, in den 90ern Übernahme des elterlichen Hofes.
  • Hobbys: Jin Shin Jyutsu (Jap. Heilströmen), Garten
Autor: Claudia Weiss , 12.05.2020