Gerhard Benigni: Das literarische Krisenmanagement

Ursprünglich war nur eine „Coronologie“ geplant, doch Corona ließ den Satiriker einfach nicht mehr los. Zu viel passierte in den Zeiten der Krise, als dass sein Schreibfieber abklingen hätte können. So ist nach dem Vorbild der Bundesregierung im Abstand von zwei Wochen das Buch zur Phase zwei erschienen „CORONA – Stehsätze hinter Plexiglas“. Auch nach dem Lockdown blieb Gerhard Benigni seiner Linie treu und setzte weiterhin auf seine bewährte Conentertainment-Strategie. Auf dem Weg zurück in die neue Normalität entstand Teil drei seiner CORONA-Trilogie.

Konsequenz aus der Krise

In allen drei Büchern findet sich eine geballte Ladung an launigen Beobachtungen, scharfsinnigen Bemerkungen und kritischen Gedanken zu den Geschehnissen der vergangenen Wochen. So macht der Chronist der Krise mit seinem Kurznachrichtendienst etwa einen Abstecher ins Kleinwalsertal, wundert sich über Trump und bewundert die sensationelle Flexibilität der Bundesregierung. Ganz nebenbei befeuert er die kursierenden Verschwörungstheorien mit vielen abgefakten News ganz ohne Message Control. Zusammen mit den Lockerungsmaßnahmen ist die Trilogie eine vortreffliche Auflockerung in dieser immer noch angespannten Situation.

Neu und schon Museumsstücke

Kaum erschienen, sind die drei „CORONA“-Bände auch schon Museumsstücke. Denn der Villacher Autor kam der Einladung nach, dem Museum der Stadt Villach Objekte aus dem Alltag mit Covid-19 zukommen zu lassen. Während das Museum bereits auf Hochtouren an der diesjährigen Sonderausstellung „G’sund & Lei-Lei“ arbeitet, sammelt es Corona-Exponate, um diese herausfordernde Zeit für die Nachwelt zu dokumentieren (mehr Infos dazu: https://villach.at/stadt-erleben/museum-der-stadt/stadtmuseum-sucht-corona-objekte). Beiträge können gemailt, geschickt oder direkt dort abgegeben werden. Wie es der Villacher Autor gemacht hat.„Die Bücher zur Krise von Gerhard Benigni passen wunderbar in unsere Corona-Sammlung“, freut sich Sylvia Steinwender, eine Mitarbeiterin des Museums, über den Besuch und die Zeitdokumente.

Zeite Welle?

Wird es eine zweite Bücherwelle geben? Ob es tatsächlich bei dieser Trilogie bleibt oder eine zweite Welle kommt, steht in den Sternen oder demnächst in Band 4, wenn es die Zahlen und Worte hergeben. Fragen wären jedenfalls noch einige offen: War das nun das dicke Ende oder wellt sich Vizekanzler Koglers Haar ein zweites Mal, setzt Kanzler Kurz noch länger auf ängstliche Babyelefanten samt Smart Meter und bereist derweil weitere Täler der Gesetzlosen, verordnet sich Gesundheitsminister Anschober eine verständliche Auszeit, noch bevor er angezählt wird, zeigt Innenminister Nehammers Flexibilität gelegentlich auch Rückgrat und wird man Kulturstaatssekretärin Lunacek jemals auf der (politischen) Bühne wiedersehen? Die humoristischen Auflockerungsmaßnahmen werden von dem literarischen Krisenmanager bis auf Weiteres alle 14 Tage überprüft, um bei gegenläufigen Entwicklungen sofort einschreiben zu können und für Antikrisenstimmung zu sorgen. Bis dahin lautet sein Motto „Stay negative and think positive!“.

Erhältlich sind die Werke im Verlag SchriftStella oder im Buchhandel.

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Author: Mirela Nowak-Karijasevic , 29.05.2020