Survir(v)al-Paket: Das Buch zur Krise ist da!

Die kurzen Zeiten zwischen dem Händewaschen verbrachte Gerhard Benigni tippend im Homeoffice, nachdem ihn schon vor dem Spring Outbreak das Schreibfieber gepackt hat. In verwohnter Form wandelte er auf dem Weg vom Schlaf- ins Wohnzimmer auf den Spuren von Covid, dem alten Dichter. Entstanden sind dabei amüsante, schräge und bisweilen makabere Gedanken zu jenen Wochen des Jahres 2020, die in seinem Lebenslauf eine Lücke hinterlassen bzw. dort als „Der lange Weg vom exzessiven Händewäscher zurück in die neue Normalität“ aufscheinen werden.

Ansteckender Humor

Während andere auf Contential Distancing setzen, setzt er auf ansteckenden Humor. Um nicht die Krise zu kriegen, hat er ein literarisches Survir(v)al-Paket geschnürt, mit echten Fake News und falschen Peking-Enten. „Wie gewohnt habe ich auch diese Krise auf meine eigene Art verarbeitet, weil ich, wie viele, immer noch der Meinung bin, dass Humor, nicht nur bis zur Erfindung eines wirksamen Medikaments oder Impfstoffs, die beste Medizin ist“, erklärt Gerhard Benigni seinen Zugang zu jenem Thema, das den Zeitgeist beherrscht.

Vorverlegt

Gerade in dieser schwierigen Phase, in der so vieles nach hinten verschoben oder abgesagt wird, hat er zusammen mit seiner Verlegerin den zuvor geplanten Veröffentlichungstermin für sein sechstes Buch von Herbst 2020 kurzerhand (natürlich fein säuberlichst gewaschen) vorverlegt, den vorgesehenen Inhalt des Buchs komplett über den Zahlenhaufen geworfen und ihn an die aktuellen Geschehnisse rund um den Erdball, natürlich mit Hotspot auf Österreich, angepasst. Das trendige Cover hat die Grafikdesignerin Stephanie Pinteritsch von der Kreativagentur Schöndenker in Windeseile den Gegebenheiten angepasst.

Einige Auszüge

  • Gesangsmob: Kein Balkon hat auch seine Vorteile. GIS macht keine Hausbesuche mehr. Und die Jehovas fahren jetzt ein Zeugenschutzprogramm, oder?
  • FPÖ-Landtagsabgeordneter Teilnehmer an Corona-Party in der Steiermark. Der hat wohl gedacht, Corona ist eine Burschenschaft. Oder anders gesagt: Jetzt, wo Vernunft gefragt ist, erkennt man die echten Trottel.
  • Deutliches Minus beim Energieverbrauch in Wien. Stehen später auf. Noch später?
  • Ist Prinz Philip noch Risikogruppe oder schon drüber?
  • „Daham statt Islam“ hat sich die FPÖ wohl auch anders vorgestellt.
  • Wie sich die Maskenpflicht mit dem Vermummungsverbot vereinbaren lässt, ist mir schleierhaft.
  • Nur 3,5 % der heimischen Corona-Infizierten haben sich im Ausland angesteckt. Österreicher zeigen Nationalstolz und setzen in Krisenzeit auf Regionalität. Nur Ischgl soll jetzt an die Schweiz outgesourct werden.
  • Sportartikel online zurzeit sehr gefragt: Fitnessgeräte gehen bereits zur Neige. Ich seh sie schon daheim stehen, die unzähligen Kleiderständer der Nach-CoronaZeit.
Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 17.04.2020