Tipps der Kärntner Jäger: Köstliches Wildbret

Ein durchschnittlicher Österreicher verzehrt im Jahr etwa 65kg Fleisch, davon jedoch nur 0,7kg Wildbret. Das verwundert, denn Wildbret entspricht den hohen Anforderungen, die an ein wertvolles, biologisches und nachhaltiges Lebensmittel gestellt werden. Wenn es die Jägerinnen und Jäger Kärntens liefern, stammt es von frei lebenden Wildtieren aus Kärntens Wäldern, erfuhr keine intensive Mastfütterung, konnte sich in freier Natur bewegen, hat keine stressreiche Schlachtung, Transportstrecken oder Medikamentengaben hinter sich. Das Wild ernährt sich von Gräsern, Kräutern, Knospen und Früchten, daher auch der unverwechselbare Geschmack des Fleisches.

Wenig Fett, viele Mineralstoffe

Aus ernährungsphysiologischer Sicht handelt es sich bei Wildbret um ein sehr hochwertiges Lebensmittel. Es hat mit 21 bis 23 Prozent einen hohen Eiweißanteil und je nach Wildart und Fleischteil nur einen Fettgehalt von ein bis acht Prozent, bei gleichzeitig hohem Mineralstoff- und Vitamingehalt. Besonders Schwarzwild und Feldhasen haben einen hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Die Verteilung des Fettsäuremusters im Gesamtfettgehalt ist bei den meisten Wildarten zu Gunsten der ungesättigten Fettsäuren verschoben. Wildbret hat einen sehr hohen Anteil an gesunden mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren - was auch durch die Zubereitung nur geringgradig abnimmt. Wildbret ist reich an Eisen, Zink und Selen - ebenfalls wichtige Spurenelemente. Wildfleisch ist zudem auch reich an B-Vitaminen.

Länger haltbar

Zwölf Monate gelten als Richtwert für die Maximal-Einfrierdauer für Fleischteile von Reh-, Gams- und Rotwild. Hasen können ohne Qualitätsverlust etwa acht Monate im Gefrierschrank bleiben. Fleisch von Wildgeflügel und Wildschweinen sollte innerhalb eines halben Jahres verzehrt werden. Tipp: Je höher der Fettanteil, umso kürzer die Lagerdauer sein.

Angebot in Kärnten

In Kärnten wurden in der Vergangenheit jährlich durchschnittlich folgende Mengen an Wildbret gewonnen: 277,5 t Rehwild, 483 t Rotwild, 50 t Gamswild, 4 t Muffelwild, 21 t Schwarzwild. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind vielfältig: Vom Dünsten über das Braten, Schmoren bis hin zum Grillen ist alles möglich. Bei Kindern sind Wildburger ein „Renner“ und auch ein Spaghetti-Sugo vom Wild schmeckt köstlich. Die wichtigsten Teile für eine Zubereitung von Wild: Rücken-Schlegel-Schulter-Hals, Brust, Bauch, Rippen. Typische Wildgewürze sind: Wacholderbeeren, Thymian, Orangen- und Zitronenschalen, Rosmarin, Apfel, Lorbeer, Rotwein, Nelken, Weinbrand, Gin, Preiselbeeren und Schokolade. Tipp: Besuchen Sie einmal Schloss Mageregg und seine Gastronomie, die jetzt im Herbst besondere Wildgerichte auf der Karte hat oder versuchen Sie es einmal in der eigenen Küche!

Weitere Infos finden Sie auch unter www.kaerntner-jaegerschaft.at

Author: Mirela Nowak-Karijasevic , 25.06.2018