"Frauenpower 4.0": Hier drückt der Schuh

Acht Monate lang war das Frauenreferat des Landes quer durch Kärnten unterwegs, um im Rahmen der Maßnahmenreihe "Frauenpower 4.0 - Frau in der Region" herauszufinden, wo der weibliche Schuh am meisten drückt. Mehr als 160 Frauen - und einige Männer - wurden bei acht Veranstaltungen erreicht. Das Ergebnis: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gewalt in der Familie sind die größten Problemfelder, mit denen Kärntnerinnen konfrontiert sind. "Vor allem im ländlichen gebiet, wo die Kinderbetreuung noch nicht so gut ausgebaut ist, istd ie Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor eine große Herausforderung", so die zustädnige Landesrätin Sara Schaar. Mit dem Pilotprojekt "Schnelle Hilfe - Wir betreuen Ihr krankens Kind" wurde ein leistbares Konzept entwickelt, das bereits in Klagenfurt (Stadt & Land), Villach (Stadt & Land) sowie im Bezirk Spittal in Anspruch genommen werden kann.

Förderungen

Gewalt in der Familie ist leider nach wie vor auch hierzulande ein Problem, das man versucht mit zusätzlicher finanzieller Förderung von Frauenberatungsstellen und erhöhter Sensibilisierung einzudämmen. So wurden im Vorjahr rund 25.000 Euro extra für Frauenberatungsstellen locker gemacht, die Basisförderung für das laufende Jahr wurde von knapp 390.000 Euro auf 418.000 Euro aufgestockt. Auch die Vortragsreihe "#Hass im Netz" wurde ins Leben gerufen, um über die Gefahren von Cybermobbing zu aufzuklären.

Kurse für Frauen

Mit maßgeschneiderten Kursen und Workshops sollen einerseits die Frauen ihren Selbstwert erhöhen und andrerseits sich aus finanziellen Abhängigkeiten befreien. Martina Gabriel ist Frauenbeauftragte des Landes: "Abhängigkeiten jeder Art ziehen sich durch das Leben von Frauen. Vor allem Mehrbelastungen durch unbezahlte Arbeit wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Hausarbeit mindern auf der einen Seite den Selbstwert der Frauen - denn, was nichts kostet ist ja nichts wert, so die Meinung. Auf der anderen Seite führt das fehlende Einkommen zur finanziellen Abhängigkeit." Volkshochschulkurse "Von Frau zu Frau" sollen dahingehend Unterstützung bieten. "Tipps und Tricks zur finanziellen Stabilisierung in schwierigen Lebenslagen runden das Angebot ab", so Gabriel. Der nächste Finanzbasicskurs geht am 14. Februar in Wolfsberg über die Bühne.

Frage der Mobilität

Ein weiteres häufig diskutiertes Thema vor allem in den ländlichen Regionen stellte die Versorgung mit öffentlicher Mobilität dar. „Die Vernetzung und Koordination bereits bestehender regionaler Systeme und Anbieter muss forciert werden, um eine bedarfsgerechte, leistbare und planbare Mobilität zu verstärken“, betont Schaar. Zudem finden dazu laufend Gespräche mit dem zuständigen Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig statt.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 30.01.2020