Fashion Statement oder Gesundheitsschutz?

Vor allem ein Accessoire zog auf der Londoner Fashion Week im Februar alle Blicke auf sich: die Atemschutzmaske. Der Corona-Virus machte auch vor der Modewelt keinen Halt. Doch der Fashionzirkus wäre nicht das, was er ist, hätte er nicht die Gunst der Stunde genutzt. Anstatt eintönige Masken im Hygiene-Stil zu tragen, machten Modeliebhaber den Mundschutz zum hippen Fashion Statement. Mittlerweile boomen Labels, die für ihre trendigen Masken bekannt sind. Die hippen Produkte der Marken „Airinum“„Freka“ oder „Vogmask“, erfreuen sich riesiger Beliebtheit.

Während die stylische Maskerade in Europa eine Begleitung des Corona-Virus ist, zählt sie im asiatischen Raum schon seit den 2000er Jahren zum Must-have. Das liegt einerseits an der Luftverschmutzung, andererseits auch an der Kultur. Vor allem in Japan verkörpern Gesichtsmasken nämlich ein wahres Schönheitsideal: Sie betonen die Augen und lassen das Gesicht schmaler wirken. Außerdem sorgen sie für einen geheimnisvollen und mystischen Look. Immer mehr Jugendliche springen auf den Zug des futuristisch-apokalyptischen Stils auf.

Aber auch Österreich trägt zu diesem Modetrend bei. Das Wiener Label „Vis A Vis“ designt Schutzmasken aus Baumwolle im coolen Look. Durch die hohe Nachfrage sind sie fast ständig ausverkauft. Ähnlich geht es der Näherin Juanita Guerra Arellano („Juanita‘s Nähbox“). Die Kolumbianerin, die in der Steiermark wohnt, näht modische Niesschutztücher. An einer Bushaltestelle in Stattegg lagen 500 Tücher zur freien Entnahme auf. Seitdem kann sie sich vor Anfragen nicht retten.

Wie alles begann? „Meine Tochter und ich haben überlegt, wie wir unsere Freunde und Nachbarn in dieser schwierigen Zeit schützen können“, erklärt uns Juanita. Später wurden auch Apotheken sowie Krankenhäuser und Ärzte auf ihre Arbeit aufmerksam und bestellten die Tücher. „Ich möchte meinen Beitrag zu dieser Krise leisten. Die Niesschutztücher schaffen eine schöne und bunte Atmosphäre und sorgen für gute Laune – gerade jetzt müssen wir alle zusammenhalten“, meint die Näherin.

Die Tücher bieten zwar keinen hundertprozentigen Schutz gegen den Virus, für die neue Regelung reichen sie aber vollkommen aus. Juanita näht alle Bestellungen selbst und tauscht sich mit ihren Kunden auch über die gewünschte Farbe oder das Motiv aus. Auf ihren Social Media Kanälen teilt die Brasilianerin auch Anleitungen zum Nachmachen.

Egal ob es nun eine gekaufte oder selbstgemachte Maske ist, beim Tragen sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass sie dicht am Gesicht anliegt und an den Ohren gut befestigt wird. Die Einwegmasken sollten danach rasch entsorgt werden, die meisten Textilmasken kann man mit 60 Grad waschen.

Autor: Teresa Frank, 01.04.2020