Die neue Kupplerin

Was erwartet die Zuschauer in der neuen Staffel der „Liebesg’schichten“?
Wer sich die neue Staffel der „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ anschaut, kann sich auf 54 Singles aus ganz Österreich freuen, die alle ganz unterschiedlich sind. Ich habe Maria aus Wien kennengelernt, die einen Mann sucht, der nicht nur sie, sondern auch ihren Hund Rocco lieben kann. Gerald, einen Haubenkoch aus Vorarlberg, dessen Mutter ihn nur unter eine „Haube“ bringen will. Und Jasmina aus Tirol, die verspricht, dass sie eine Bereicherung für jeden Gentleman ist.“

Als Nachfolgerin von Elizabeth T. Spira sind die Fußstapfen relativ groß. Wie geht man mit dem Erwartungsdruck von außen um?
Da möchte ich die wunderbare Lotte Tobisch zitieren: „Man kann Dinge sehr ernsthaft machen und trotzdem nicht zu ernst nehmen.“ Das übe ich jetzt. Natürlich spürt man immer noch die große Bewunderung, die viele Menschen Toni Spira entgegenbringen. Ich habe sie zwar nur zwei Mal gesehen, sie aber auch als sehr charismatische Frau empfunden. Mit diesem wunderbaren Sinn für Humor. Ich bin sehr froh, dass das Kultformat weitergeht und ich in Zukunft die Interviews führen darf.

Wie hat Ihr privates Umfeld reagiert, als bekannt geworden ist, dass Sie die neue „Kupplerin“ sind?
Mein privates Umfeld hat sich gefreut und findet, dass ich bei dieser Sendung gut aufgehoben bin.

Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten am meisten Spaß gemacht?
Es macht mir einfach unglaublichen Spaß, mit Menschen zu sprechen. Deshalb ist der Job so schön für mich. Ich lerne viele Leute kennen, die mir von ihrem Leben und ihren Sehnsüchten erzählen. Das war eigentlich mein ganzes Berufsleben schon so. Ich mag Menschen sehr gern.

Ist es emotional schwierig, wenn Kandidaten sehr intime oder private Momente aus ihren Lebensgeschichten erzählen?
Es wäre schwierig, wenn sie sie nicht erzählen. Das Schlimmste ist die Fadesse! Aber natürlich, es gibt Drehtage, die einem sehr nahegehen. Wenn ich zum Beispiel große Einsamkeit erlebe, das lässt mich nicht kalt. Aber gute Interviews kann man mit Distanziertheit nicht führen.

Gibt es auch Momente, in denen dann die Kamera ausbleibt?
Natürlich. Es geht ja um eine Vertrauensbasis.

Haben die Kandidaten ein Mitspracherecht, was dann im Fernsehen gezeigt wird?
Wir zeigen vor der Ausstrahlung nicht her, was wir gedreht haben. Das ist auch nicht üblich. Es geht – wie gesagt – um dieses Vertrauen. Ich stelle niemanden bloß. Ich glaube schon, dass man das spürt. Ich will nach der Ausstrahlung mit einem Single gern auf einen Kaffee gehen, wenn wir uns zufällig treffen. Wenn sie die Straßenseite wechseln würden, hätte ich meinen Job schlecht gemacht.

Merken Sie bereits beim Dreh, ob jemand „vermittelbar“ ist?
Das ist mein erstes Jahr bei den „Liebesg'schichten und Heiratssachen“, ich habe da also noch keine Erfahrungswerte. Aber ich bin schon gespannt, wie schwer die BriefträgerInnen im Sommer schleppen müssen.

In Zeiten von Onlinedating und Co: Warum ist eine Sendung wie die „Liebesg’schichten“ immer noch so erfolgreich?
Die Sendung funktioniert ja auf mehreren Ebenen, nicht nur als Partnervermittlung. Wenn man zuschaut, dann will man ja unterhalten werden. Menschen reden bei den „Liebesg’schichten und Heiratssachen“, wie sie immer reden. Nicht gekünstelt und nicht gespielt. Sie sind authentisch. Und ein weiterer Faktor ist sicherlich: Erfolgreiche Geschichten geben Hoffnung. Nach dem Motto: Zu jedem Topf passt auch ein Deckel.

Haben Sie einen Tipp für alle, die ihr Liebesglück noch nicht gefunden haben?
Es ist nie zu spät. Für nix. Einfach unter liebesgschichten@orf.at. bewerben. Dann probieren wir unser Glück. Wir freuen uns auf Sie!

Autor: Elisabeth Stolzer , 29.07.2020