Die Angst weggeputzt

Damit Karies entsteht, müssen mehrere Komponenten zusammentreffen: Plaque lagert sich bereits nach wenigen Stunden auf der Zahnoberfläche ab und vermehrt sich im Laufe des Tages. Wird er nicht durch die Zahnreinigung entfernt, führt das zur Entstehung von Karies. Die häufige Aufnahme von Zucker beschleunigt diesen Vorgang. Kariesbakterien verstoffwechseln diesen und produzieren Säuren, die den PH-Wert des Speichels verändern. Dadurch haben die Kariesbakterien noch leichteres Spiel beim Angriff auf den Zahnschmelz.

Wie vermeidet man Karies? Nicht nur Zucker in der handelsüblichen Form ist schädlich für die Zähne. Auch natürlich vorkommender Zucker in Obst und Gemüse, Honig sowie versteckter Zucker in Babynahrung und Fertigprodukten führt bei häufigem Genuss zu Karies. Bereits in den ersten Lebensmonaten ist es wichtig, mit der Mundpflege zu beginnen und so das Baby an die tägliche Zahnpflege zu gewöhnen. Nach dem Stillen oder dem Fläschchen kann mit einem weichen Tuch der Gaumen und das Zahnfleisch gereinigt werden. Gleichzeitig wird das Zahnfleisch massiert, wodurch auch der erste Milchzahn leichter durchkommt. Ab dem ersten Milchzahn wird auch der erste Besuch beim Kinderzahnarzt empfohlen.

Die Rolle der Milchzähne. Sobald das Durchkommen des ersten Milchzahns erkennbar ist, ist die Zahnpflege essenziell. Auf eine dem Alter entsprechende Zahnbürste und fluoridhaltige Zahnpasta ist zu achten. Der Erhalt der Milchzähne bis zum natürlichen Ausfallen ist oberstes Ziel, denn sie haben eine wichtige Platzhalterfunktion für die nachkommenden Zähne. Geht ein Milchzahn frühzeitig verloren, besteht die Gefahr, dass der Nachbarzahn nach vorne wandert und somit der bleibende Nachfolger keinen Platz mehr hat. Die Frontzähne spielen beispielsweise in der Lautbildung eine große Rolle. S- und Zischlaute können bei fehlenden Frontzähnen nicht richtig gebildet werden.

Karies behandeln. Die übliche Vorgehensweise bei kariösen Milchzähnen sind zahnfarbene Füllungen. Ist der Zahn sehr stark von Karies betroffen, kann eine Versorgung mit einer Milchzahnstahlkrone erforderlich sein. Sollte der Milchzahn bereits zu zerstört sein oder eine Entzündung des Zahnnervs bis zum Kieferknochen vorliegen, ist es meist nicht mehr möglich, den Zahn zu erhalten. Damit der nachfolgende Zahn nicht beschädigt wird, wird der Milchzahn entfernt. Die entstandene Lücke muss mit einem Platzhalter besetzt werden, um Fehlstellungen der bleibenden Zähne zu vermeiden.

Besondere Patienten. Da Kinder eine sehr sensible Patientengruppe sind, erfordert ihre Behandlung Zeit, großes Einfühlungsvermögen, einen langfristigen Vertrauensaufbau sowie viel Ruhe. Kinderzahnärzte sind hierfür speziell ausgebildet. So kann eine solide Basis für die Gesundheit der Zähne für das gesamte Leben gelegt werden.

Autor: Teresa Frank , 22.06.2020