Corona-Krise: Ihr schafft das!

Dass es 2020 in Österreich zu Grenzkontrollen, Einreiseverboten, "Geisterveranstaltungen" und der Schließung von Universitäten kommt, scheint wie der Feder eines Thrillerautors entsprungen zu sein. Und doch ist es Realität. Ist es der berühmte "schwarze Schwan", das Ereignis, mit dem niemand rechnen konnte? Nein.

Globale Influenza-Pandemie mit Ansage

Der Ausbruch der Corona-Virus kommt nicht unerwartet. Die WHO, Virologen und Zivilschutzexperten rechnen angesichts der fortgeschrittenen Globalisierung seit Langem mit einer Influenza-Pandemie und haben Gegenstrategien entwickelt. Längst liegen diese Notfallpläne in den Schubladen der nationalen Gesundheitsministerien. Was jetzt in Österreich geschieht, ist die Umsetzung dieser Notfallszenarien und Empfehlungen mit dem gebotenen Augenmaß. Damit wird es dem Krisenstab der Regierung gelingen, die Verbreitung der Krankheit in Österreich auf einem erträglichen Level zu halten und zu stoppen.

Selbstschutz schützt auch andere

Eine wichtige Rolle spielen die Bürgerinnen und Bürger selbst. Zu ihrem eigenen Schutz müssen sie sich an die Empfehlungen und Einschränkungen halten. Diese zielen auf die Verringerung der sozialen Kontakte ab. Noch etwas Tröstliches: Österreichische Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Medikament gegen Lungenerkrankungen wie Covid-19. Es könnte schon bald zum Einsatz kommen.

Die Aufgaben-Verteilung der Regierung in der Corona-Krise:

1. Sebastian Kurz

Der krisenerprobte Kanzler ist der Koordinator der Arbeit der Bundesregierung in Sachen Corona. Der Ex-Außenminister spricht permanent die Maßnahmen der Regierung mit den Nachbarländern ab, kommuniziert mit Brüssel, aber auch mit den Landeshauptleuten.

2. Werner Kogler

Der grüne Vizekanzler ist als Kultur- und Sportminister gefordert. Zahlreiche (Groß-) Veranstaltungen wurden zum Schutz der Bevölkerung bereits abgesagt bzw. verschoben. Er ist in oganisatorische Belange und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung involviert.

3. Gernot Blümel

In den Händen des Finanzministers liegen die Planung der finanziellen Mittel, die Schaffung von fiskalen Spielräumen und somit die Umschreibung des Budgets. Er entscheidet über Sonderausgaben für Wirtschaftshilfen und ist für Konjunkturmaßnahmen verantwortlich.

4. Rudolf Anschober

Der Auftrag des Gesundheitsministers ist die Bewahrung der öffentlichen Gesundheit. Dazu gehören Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sowie die Sicherstellung der Versorgung von Infizierten. Er tauscht sich mit EU-Gesundheitsministern aus und informiert die Bevölkerung.

5. Karl Nehammer

Der Innenminister organisiert die essenziellen Grenzkontrollen und tauscht sich mit den Gesundheits- und Sicherheitsbehörden der Nachbarländer regelmäßig aus. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die Österreicher alle Anordnungen befolgen.

6. Klaudia Tanner

Österreichs erste Verteidigungsministerin dirigiert die "strategische Handlungsreserve der Republik". Sollte ein Assistenzteinsatz angefordert werden, beispielsweise erweiterte Grenzkontrollen oder die Errichtung von Notspitälern, steht das Bundesheer bereit.

7. Margarete Schramböck

Die Wirtschaftsministerin arbeitet daran, stark betroffenen Branchen zu helfen. Budgetäre Mittel für Kurzarbeit werden freigeschaufelt, und die ÖVP-Politikerin rät zu Heimarbeit. Für Hotels mit mehr als 15 Prozent Einbußen ist z.B. die Übernahme von Kredithaftungen vorgesehen.

8. Heinz Fassmann

Der Bildungsminister muss die seuchenbedingte Schließung der Bildungseinrichtungen organisieren, so lange es angebracht ist. Sehr heikel ist die vorübergehende Sperre der Pflichtschulen wegen der vielen arbeitenden Eltern - Faßmann ist das voll bewusst.

Autor: Ute Daniela Rossbacher , 06.07.2020