Geburtstag zu Corona-Zeiten

Jeder der mich näher kennt, der weiß, dass ich ein absoluter Geburtstagsfreak bin. Ich liebe es, meine Familie und Freunde an ihrem Ehrentag hochleben zu lassen und ja, ich liebe vor allem auch meinen eigenen Geburtstag. Wie aber feiert man den „schönsten Tag des Jahres“ in häuslicher Isolation? In einer Zeit, in der es deutlich Wichtigeres gibt, als Geschenke oder eine Party mit Freunden? Am besten gar nicht – dachte ich für mich, als ich an besagtem Tag die Augen aufschlug ...

Tatsächlich wurde es ein unvergesslicher Geburtstag. Allerdings wider Erwarten im positiven Sinne. So verrückt es vielleicht klingen mag, aber selten fühlte ich mich meiner Familie und meinen Freunden so „nah“ wie an diesem Tag. Statt schnellen WhatsApp-Glückwünschen erreichten mich unzählige Videoanrufe, lustige Sprachnachrichten und lange Briefe. Angestoßen wurde bei einer spontan organisierter Online-Houseparty vor dem Bildschirm. Und auch wenn die Geschenke natürlich auf Grund der Gegebenheiten nicht so „wertig“ waren wie in den Jahren zuvor, so waren sie doch umso wertvoller. Selbstgemachtes, Gebasteltes und wohlüberlegte Kleinigkeiten trafen den ganzen Tag über auf verschiedensten kreativen Wegen bei mir ein. Schon frühmorgens stand eine liebe Freundin mit frisch gebackenem Brot vor der Tür und gratulierte mit dem (leider) nötigen Sicherheitsabstand. Meine Familie ließ mir Blumen und meine Lieblingsnaschereien liefern. Vor allem aber schenkten mir die Menschen um mich herum Zeit – und damit unbezahlbare Momente.

Wenn man dieser schwierigen Lebensphase, die wir alle derzeit durchleben, etwas Positives abgewinnen kann, dann wohl die Tatsache, dass wir uns vermehrt auf das Wesentliche besinnen und trotz „Social Distancing“ näher zusammenrücken. Mich persönlich hat dieser Geburtstag vor allem eines gelehrt: Wir können die Situation nicht ändern. Aber es liegt in unserer Hand, das Beste daraus zu machen.

Autor: Simone Reitmeier , 01.04.2020