Businesstalk: Wachstumspool

weekend: Zwei Gebäude, 34.000 Quadratmeter, rund 70 Unternehmen: Welche Bedeutung hat der Lakeside Technologiepark für Kärnten?
Hans Schönegger: Er ist ein Business Park für Technologieunternehmen und für Firmen im IKT-Bereich, der auch eine optimale Infrastruktur für Kinderbetreuung bietet. Der Lakeside Park ist aber viel mehr als eine Immobilie. Seit der Gründung 2005 ist ein Campus entstanden, auf dem alle wesentlichen Parameter des Wissensdreiecks verbunden sind: Ausbildung, Forschung und Entwicklung sowie die Umsetzung in aktuell rund 70 innovativen Unternehmen. Drei Forschungszentren - wie etwa die international erfolgreichen Lakeside Labs - sowie ein Gründerzentrum runden das Angebot ab. Ich denke, da ist uns etwas Herausragendes gelungen. Das bestätigt nicht nur unsere Auslastung von 97 %, sondern auch Kooperationsanfragen aus der ganzen Welt - von den USA bis Südkorea.

weekend: Mitte Juli erfolgte der Spatenstich für ein neues Gebäude, das 2020 fertig ist. Hier werden 13 Millionen Euro investiert.
Hans Schönegger: Das neue Gebäude wird 4.500 Quadratmeter haben. Es ist alles vorreserviert. Ein Teil ist fix an das Institut für Robotik und Mechatronik vom Joanneum Research vergeben. Eine Drohnen-Indoorflughalle für die Alpen-Adria-Universität ist bereits in Planung.

weekend: Das Educational Lab, das Sie im Lakeside Park gegründet haben, gilt schon nach kurzer Zeit als Vorzeigeprojekt.
Hans Schönegger: Mit dieser Bildungskooperation zwischen Schulen, Universität und dem Lakeside Park übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung. Wir bieten eine naturwissenschaftliche Zusatzausbildung in den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik an. Sie richtet sich an ausgewählte Schulen in Kärnten und interessierte Lehrer. Wir können hier vom Kindergarten weg junge Menschen altersübergreifend unterrichten. Etwas Vergleichbares gibt es in Mitteleuropa nicht. Das Projekt läuft seit eineinhalb Jahren. Wir sind zu 100 % ausgelastet. 15.000 Lehreinheiten gabs im Schuljahr 2017/18.

weekend: Infineon hat heuer 1,6 Mrd. Euro in den Ausbau des Villacher Standortes investiert. Was bedeutet diese Investition?
​Hans Schönegger: Sie wertet den Technologiestandort Kärnten extrem auf. Wir - also die öffentliche Hand - sind nun gefordert, in die Ausbildung zu investieren. Es gibt so viele klasse Unternehmen in Kärnten. In der ganzen Euphorie ob der riesen-Investition von Infineon darf nicht vergessen werden, dass auch dort viele Menschen arbeiten und tolle Leistungen bringen und dass auch diese Unternehmen in Zukunft gute Leute brauchen werden. Kärnten hat die Chance, sich in den neuen Technologien und Industrien zu profilieren und dort Arbeits- und Forschungsplätze zu schaffen. Diese Chance müssen wir nutzen.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 17.09.2018