Berührende Begleitung

Im Laufe all der Jahre habe ich viele berührende Erlebnisse gehabt," sagt Hannelore Scherbaum. Sie ist eine der sechs Ehrenamtlichen, die seit Anbeginn für den Sozialverein Klinikbrücke an den tirol kliniken für die Patienten im Einsatz ist: „Ich bin Ende 1997 in Pension gegangen und habe im Radio gehört, dass Leute gesucht werden“, erinnert sich die junggebliebene 78jährige. Einmal in der Woche, immer dienstags, besucht Hannelore die Patientinnen auf der Gyn 3. Sie geht in jedes Zimmer und fragt, ob was gebraucht wird: „Einmal bin ich für eine Frau sogar in die Wäscherei gefahren, ein anderes Mal habe ich Nachthemden und Patschen gekauft. Solche Wünsche sind aber selten. Meistens brauchen sie etwas zum Lesen, Trinken oder ich gehe für sie einkaufen“. Neben all den Erledigungen, die Hannelore im Zuge ihrer Aufgaben macht, kommt es auch immer wieder zu emotionalen Begegnungen mit Patientinnen: „ Mit einer fröhlichen Frau mittleren Alters habe ich Freundschaft geschlossen. Wir haben uns immer umarmt und Karten geschrieben aus dem Urlaub. Ich habe sie zwei Jahre lang betreut und es war alles gut. Plötzlich ist ihr Gesundheitszustand schlechter geworden und doch war nicht absehbar, dass es so schnell geht. Eine Tages komme ich in ihr Zimmer und die Schwester sagte mir, sie liegt im Sterben. Ich habe mit ihr gesprochen und mich bedankt bei ihr für die wunderbare gemeinsame Zeit. Da habe ich erkannt, dass der intensive Kontakt auch sehr schmerzhaft enden kann“. Die Patientinnen und auch die Angehörigen schätzen Hannelores liebevolle Zuwendung. So wurde sie von den Verwandten einer jungen Frau gebeten, diese beim Sterbeprozess zu begleiten.

Klinikengel und Leihoma

Britta Weber, Geschäftsführerin der Klinikbrücke weiß, wie wertvoll Hannelores Einsatz für den Verein ist: „Hannelore ist nun seit über 20 Jahren dabei und kommt Woche für Woche als treue, verlässliche, stets gut gelaunte und offenherzige Frau. Sie kann extrem gut auf Menschen zugehen und hat eine unkomplizierte Art“. Diese Eigenschaften kommen auch zwei Kindern, für die sie über „Rettet das Kind“ als Leihoma fungiert, zugute. Seit acht Jahren betreut sie die beiden und ist inzwischen ein unverzichtbarer Teil dieser Familie geworden. Ob Erwachsene oder Kinder, Hannelore Scherbaum hat ein großes Herz für ihre Mitmenschen. So springt sie für die Klinikbrücke auch gerne in anderen Stationen ein, wenn Hilfe gebraucht wird.

Lotsendienste und Teddybär-Onkel

Zurzeit wirken 92 Ehrenamtliche für den Verein, der immer auf der Suche nach freiwilligen Helfern ist. Neben den Besuchsdiensten gibt es auch Lotsendienste als Hilfestellung bei der Orientierung im oft unübersichtlichen Krankenhausgelände und die Ambulanzbetreuung, um den Wartenden die Zeit zu verkürzen oder Orientierungshilfe im Ambulanzbereich zugeben. Der Teddybär-Onkel näht mit den Kindern der Heilstättenschule ein Wunsch-Stofftier. Das jüngste Projekt ist die Demenzbetreuung. Dabei sind speziell geschulte Ehrenamtliche für ältere verwirrte oder demente Patienten da. In diesem Jahr feiert der Verein sein 20-jähriges Jubiläum.

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Autor: Conny Pipal , 13.06.2018