Bergurlaub: So schützen Sie Ihre Augen!

Jetzt geht es rein in die lang ersehnten Semesterferien - und für viele rauf auf den Berg. Doch gerade dort sind unsere Augen gefordert. Die trockene Winterluft in den Bergen und die UV-Belastung machen ihnen nämlich besonders zu schaffen. „Die Gefahr, die den Augen durch die starke UV-Strahlung am Berg droht, ist oft größer, als die im typischen Sommerurlaub“, warnt Mario Teufl, Kärntner Landesinnungsmeister der Augenoptiker. „Im Sommer achten viele Menschen sehr gewissenhaft darauf, geeignete Sonnenbrillen und Schirmkappen oder Hüte zu tragen. Dagegen ist Winterurlaubern häufig gar nicht bewusst, wie sehr ihre Augen belastet werden.“ Zum Beispiel werden Brillen mit UV-Schutz häufig nicht getragen, wenn der Tag bewölkt ist. Doch die Wolken reduzieren die Strahlen nur geringfügig. Auch wird unterschätzt man gerne, wie sehr Schnee reflektiert. Die Kärntner Landesinnung will nun mit Irrtümern aufräumen.

Faktencheck

  • Pro 1.000 Höhenmetern steigt das Ausmaß der UV-Belastung um 10 %
  • 60 % der UV-Strahlung erreicht uns zwischen 10 und 14 Uhr
  • Neuschnee reflektiert 80 % der Strahlen
  • Wolken reduzieren sie um nur 10 %
  • UV-Strahlen können grauen Star und Netzhautschädigungen verursachen. 20 % aller Katarakte werden laut WHO durch sie verursacht oder verschlimmert. Besonders Kinder sind ungeschützt: Ihre Augenlinsen lassen noch 75 % der sog. UV-B-Strahlen durch.
  • 2.300 Kärntner verletzen sich laut KfV durchschnittlich pro Jahr beim Skifahren. Eine Mitursache sind mangelhaft korrigierte Fehlsichtigkeiten

Augen schonen

Die Sonneneinstrahlung ist nur die eine Sache. „Am Berg sind die Augen zudem oft an sich gereizter – das liegt beim Wintersport am Fahrtwind, an der trockenen, kalten Luft, und am Ende des Tages dann an überheizten Räumen“, sagt Teufl. „Wir raten dazu, mit den Augen besonders schonend umzugehen.“

Tipps

  • Verwenden Sie die richtige Brille für den richtigen Sport. So etwa reicht zum Bergwandern im Schnee aufgrund der starken UV-Belastung keine normale Sonnenbrille. Eine Gletscherbrille lässt nur 3 bis 8 % des Lichts durch. Sie ist größer und umfasst besser den Kopf, schützt daher auch von den Seiten. Sie garantiert, dass keine schädlichen Strahlen das Auge erreichen.
  • Verwenden Sie optische Skibrillen. Schätzungen zufolge tragen 30 % der erwachsenen Freizeitskifahrer mit Sehschwächen gar keine Brille oder eine, die ihre Fehlsichtigkeit nicht genügend korrigiert. Weitere 18 % haben Sehbehelfe, die aus anderen Gründen problematisch sind (z.B. keinen Polarisierungsfilter besitzen oder einen zu geringen UV-Schutz).
  • Verwenden Sie prinzipiell im Schnee und am Berg eine Brille oder Kontaktlinsen mit UV-Schutz – auch, wenn es gerade nicht sonnig ist.
  • Verwenden Sie bei trockenen Augen Nachbenetzungstropfen, die der Ursache entsprechen (z.B. nicht genügend Tränenflüssigkeit oder Qualität der Tränenflüssigkeit passt nicht). Lassen Sie sich dazu von Fachoptikern beraten.
  • Rote Augen auf der Piste sind ein Alarmzeichen – beenden Sie den Skitag. Reiben Sie sich bei Reizgefühl keinesfalls die Augen.
Author: Mirela Nowak-Karijasevic , 07.02.2020