AK: Zeit für einen gerechten Lohn

Erinnern Sie sich? Am Beginn der Krise standen bange Fragen: Wird es genügend Lebensmittel geben? Halten die Spitäler stand? Wer kümmert sich um die Alten? Wird das soziale Netz reißen? Es hielt, weil Krankenschwestern und Reinigungskräfte, Lageristen und Zusteller weiterhin zur Arbeit gingen. Die Wochen, in denen Österreich fast stillstand, machten eines deutlich: Diesen Heldinnen und Helden des Alltags verdanken wir die Bewältigung der Krise. Es geht um die Existenz. In Vorarlberg arbeiten mehr als 22.400 Frauen und Männer im Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialwesen und in den Pflegeheimen für weniger als zehn Euro netto pro Stunde. Und in Kürze werden die Heldinnen und Helden der Pandemie wieder aus dem Rampenlicht verschwinden. Sie bleiben schlecht bezahlt. Sie sind überwiegend weiblich und in Teilzeit beschäftigt. Nicht wenige ringen um ihre Existenz.

Das ist ungerecht

Jetzt können wir das ändern. Selbst Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte in seiner Rede zum 75. Geburtstag der Republik: „Wir haben in der aktuellen Krise wieder gesehen, dass die Menschen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, nicht immer auch die sind, die den größten Bonus ausbezahlt bekommen. Egal ob Pflegepersonal, Sicherheitskräfte, Supermarktmitarbeiter oder viele andere – wer hart arbeitet, soll künftig mehr zum Leben haben. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, aber auch notwendig, um den Inlandskonsum anzukurbeln.“

Ergebnis spricht Bände

Es geht also letztendlich darum, erkennen, dass hier Menschen lange Zeit schon weit unter ihrem Wert geschlagen wurden. Sehen die Vorarlberger das auch so? Die AK bat die Bevölkerung um ihre Meinung: Wie viel sollen die Frauen und Männer dauerhaft mindestens verdienen? Das Ergebnis spricht Bände.

Berechtigtes Anliegen

90 Prozent der mehr als 5.150 Beteiligten an der Online-Umfrage der AK halten einen Mindestlohn von EUR 1.700,- für gerechtfertigt. Das bestärkt AK-Präsident Hubert Hämmerle: „Wenn Regierungen und Arbeitgeber ihre Rettungsaktionen vorbereiten, müssen sie anerkennen, wer welche Last und welches Risiko trägt und diese Menschen während und nach der Krise mit Respekt und Geld entschädigen.“ Er betont: „Ein Mindestlohn von EUR 1.700,- netto ist ein berechtigtes Anliegen.“ Denn Vorarlberg ist ein teures Land. Um einigermaßen gut zu leben, sind zehn Euro pro Stunde kein unbescheidener Lohn. Zur Rettung der Wirtschaftsbetriebe werden Milliarden investiert. Geld, das zu zwei Dritteln die Arbeitnehmer aufbringen müssen. Wie kann es da sein, dass die Wichtigsten am wenigsten verdienen?

Sie fragen sich das auch?

Dann tun Sie das laut. Unterschreiben Sie die Petition für einen Mindestlohn von EUR 1.700,- netto – das sind 10 Euro Stundenlohn – unter fairpayvorarlberg.at

Autor: Claudia Weiss , 11.05.2020