Abenteuer im Kopf: Die Weekend-Buchtipps

Robert Eichenauer: Unter der Drachenwand, Arno Geiger

Wer vom Coronavirus flüchten will und auf der Suche nach der heilen Welt ist, dem kann man dieses Buch wohl nicht bedingungslos empfehlen: Wir schreiben das Jahr 1944 – das alleine verheißt nichts Gutes. Arno Geigers Hauptfigur, der junge Wehrmachtssoldat Veit Kolbe, taumelt, nachdem er in Russland schwer verletzt wurde, durch das rückständige und nationalsozialistisch durchseuchte Mondsee. Drogensucht, Denunziationen und Sehnsucht nach Liebe prägen seinen Alltag. Am Ende muss er noch einmal in den Krieg ziehen.

Patrick Deutsch: Kaffee und Zigaretten, Ferdinand von Schirach

In diesem sehr persönlichen Buch teilt Ferdinand von Schirach in gewohnt klarer, nüchterner Sprache Gedanken zu Gesellschaft und Kultur, die den Leser nicht unberührt zurücklassen und zu eigenen Reflexionen animieren. Vor allem das Zitat „ … wir erschufen eine Ethik, die nicht den Stärkeren bevorzugt, sondern den Schwächeren schützt. Das ist es, was uns im höchsten Sinn menschlich macht: die Achtung vor unseren Nebenmenschen“, scheint unglaublich passend für die aktuelle Situation unserer Gesellschaft.

Elisabeth Stolzer: Die Zweisamkeit der Einzelgänger, Joachim Meyerhoff

Nach einer Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer Psychiatrie, einem Schüleraustausch in Wyoming und einem verstörenden Schauspielstudium in München verschlägt es den Autor und Protagonisten Joachim Meyerhoff ans Stadttheater in Bielefeld. Im vierten Teil seiner autobiografischen Romanreihe findet er sich dort gleich zwischen drei Frauen wieder. Ob das gut geht? Nein. Ist es trotzdem zum Lachen komisch? Auf jeden Fall!

Cornelia Stiegler: Das Rosie-Projekt, Graeme Simsion

Universitätsprofessor Don Tillmann ist auf der Suche nach der Frau für’s Leben. Das Problem: Sein Autismus und seine sehr konkreten Vorstellungen gestalten die Sache etwas schwierig. Der 16-seitige Fragebogen, den er stets bei seinen Dates zückt, kommt bei den Frauen unerwarteterweise nicht so gut an. Dann trifft er zufällig auf Rosie, die ihn um Hilfe bittet. Sie vereint für Don Tillmann alle No-gos, die eine Frau haben kann: unpünktlich, spontan und noch dazu Raucherin. Die Welten, die hier aufeinanderprallen, könnten in Simsions Debütroman nicht lustiger beschrieben werden – das perfekte Buch für amüsante (und mitunter etwas seichte) Ablenkung. Ideal für alle, die Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory“ lieben, die Freude an Liebeskomödien und Romanzen haben und die im Moment keine negativen Bücher vertragen.

Teresa Frank: Muttertag, Nele Neuhaus

Als der 84-jährige Theodor Reifenrath tot in seinem Haus aufgefunden wird, deutet zunächst nichts auf ein Verbrechen hin. Auf dem Grundstück des Toten machen die Ermittler jedoch eine schreckliche Entdeckung – mehrere Frauenleichen wurden dort vergraben. Nele Neuhaus nimmt die Leser mit auf eine spannende Reise in die Abgründe einer Pflegefamilie, die mehr als nur ein dunkles Geheimnis zu verstecken versucht.

Cornelia Scheucher: Der Freund, Sigrid Nunez

In dem Roman Der Freund geht es um einen Hund und eine Frau. Eine Sache, die erstmals banal klingt, aber beim Lesen ihre volle Wirkung entfaltet. Nach dem Tod eines Freundes „erbt“ eine Schriftstellerin seine riesige Dogge, die wie sie, in tiefer Trauer steckt. Gemeinsam versuchen sie den Weg zurück ins Leben zu finden. Unglaublich kluge Ansätze über Trauer, Liebe, Freundschaft, Feminismus und das Schreiben selbst verbinden sich mit einer berührenden und humorvollen Geschichte – ganz große Empfehlung.

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Author: Patrick Deutsch , 01.04.2020