Ab in's Beet: Gärtnern leicht gemacht

Statt sich sofort auf den kompletten Garten zu stürzen, ist es sinnvoller, die Gartenarbeit langsam anzugehen. Eine kleine Fläche reicht, um sich erstmals mit Gartenhandschuhen, Werkzeug und den Pflanzen vertraut zu machen. Dabei sollte übrigens schon vor dem ersten Anpflanzen beschlossen werden, welcher Nutzen der Garten bringen soll – möchte man eher einen Freizeitgarten oder eine Selbstversorgungsstätte? Im Laufe der Zeit kann natürlich beides entstehen, doch die ersten Schritte müssen sorgfältig geplant sein, um später die gewollte Saat zu ernten. Kleine Einstiegshilfe: Gemüsepflanzen wie Radieschen, Bohnen und jegliche Salate sind besonders anfängerfreundlich.

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Zu den essentiellen Bestandteilen eines gut gedeihenden Gartens zählt der richtige Boden, denn die Bodenbeschaffenheit ist oftmals der ausschlaggebende Grund, ob Pflanzen gut wachsen. Hat man den Garten übernommen, sollte man den Boden nach Unkräutern und Wurzelresten absuchen. Aber auch neue Erde ist nicht immer optimal: Anfängern wird deshalb empfohlen, Bodenproben zu entnehmen und diese einem Fachmann zukommen zu lassen – somit kann nichts mehr schief gehen. Übrigens: Gute Erde ist daran zu erkennen, dass sie feucht ist und sich in der Hand zu einem festen Klumpen formen lässt. Noch ein Tipp: Ist ein Boden zu sandig, kann mit Mulch oder Hummus Abhilfe geschaffen werden, bei stark lehmigen Böden hilft hingegen feiner Sand.

Wasser, Wärme, Licht, Nachbarn

Ebenso wichtig wie die Bodenbeschaffenheit ist die Klimazone. Es ist von Vorteil, sich in der Gärtnerei über jene Pflanzen zu informieren, die in unseren Breitengraden gut wachsen – ansonsten wirft man nur Geld aus dem Fenster. Auch Pflanzen brauchen Nachbarn, diese sollten jedoch in den notwendigen Abständen (diese sind meist auf der Verpackung angegeben) angepflanzt werden, ansonsten kommt es zum Konkurrenzkampf um Licht, aber auch Platz. Gemüse- und Blumenbeete müssen auch nicht strikt voneinander getrennt sein – es macht durchaus Sinn einige Blumen zwischen Nutzpflanzen anzusetzen, denn der blumige Duft lockt Bienen an, die dann wiederum die Blumen als auch das Gemüse bestäuben. Die Bewässerung der Pflanzen richtet sich nach den Ansprüchen der unterschiedlichen Pflanzen. Vor allem im Hochsommer sollte jedoch täglich gegossen werden, bestenfalls am Morgen und Abend, um Verbrennungen entgegenzuwirken. Tipp: Alle Pflanzen sollten bodennah gewässert werden, denn sobald Blüten oder Blätter mit Wasser benetzt sind, können sich Schädlinge besser auf der Pflanze anheften und verteilen.

Das richtige Werkzeug

Beim Gartenwerkzeug gilt: Qualität über Quantität. Es braucht keinen ganzen Schuppen an Geräten, wichtiger ist es, qualitativ hochwertiges Werkzeug zu kaufen, welches auch für mehrere Saisonen verwendet werden kann. Klassiker wie eine Gartenschere, eine Schaufel, ein Rechen oder ein Spaten sind unabkömmlich, um im Garten den gewünschten Erfolg zu ernten. Gewisse andere Helfer können auch später nachgekauft oder ausgeborgt werden.

Tagebuch führen

Notizen, Beobachtungen und Tipps können in einer Art „Gartentagebuch“ mitgeschrieben werden. Somit steigert sich nicht nur das eigene Wissen rund um den grünen Daumen, sondern die wertvollen Informationen können auch an Freunde oder nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Außerdem ist es doch schön, die eigenen Erfolge, aber auch Misserfolge zu dokumentieren und längerfristig zu bewahren. Ebenso hilfreich ist es, To-Do-Listen in dem Tagebuch anzulegen, um nicht den Überblick über die nötigen Arbeiten zu verlieren. Ein schöner Garten braucht viel Geduld, Zeit und Zuwendung. Eines sollte also nicht vergessen werden: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Author: Patrick Deutsch , 18.04.2020