Rasenmähroboter - praktische Helferlein für den Garten

Kreuz und quer fährt ein kleines rundes Ding durch den Garten und hinterlässt schön geschnittes Gras - Rasenmähroboter. Sie sind eine Erleichterung für immer mehr Menschen und dank ihrer künstlichen Intelligenz (KI) können sie richtig viel.

Wie funktionieren sie?

Der Rasenmähroboter hat einen Elektromotor und aufladbare Akkus, die dafür sorgen, dass er sich im Garten frei bewegen kann. Das ist besonders umweltfreundlich, denn er arbeitet emissionsfrei und stößt keine schädlichen Schadstoffe aus. Wenn der Akku zu schwach wird, fährt der Roboter selbstständig zur Ladestation zurück und lädt sich auf. Danach fährt er mit seiner Arbeit fort. Mithilfe einer integrierten Software können spezifische Mähtage und –zeiten eingestellt werden.

Um die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, verfügt der Roboter über verschiedene sensible Sensoren. Der Hebesensor etwa führt dazu, dass die Messer sofort stoppen, wenn der Roboter angehoben wird. Darüber hinaus sorgen Stoß-, Neigungs-, Abstands- und Regensensoren für die nötige künstliche Intelligenz (KI) des kleinen Gartenhelferleins.

Zudem gibt’s auch noch verschiedene Bewegungsmuster, die je nach Modell variieren:

Freies Bewegungsmuster: Auf den ersten Blick erkennt man bei diesem Mähprinzip die Logik dahinter nicht – der kleine Roboter fährt einfach kreuz und quer über das Gras. Das aber hat einen großen Vorteil: Unschöne Streifen, die sich auf dem Gras bilden könnten, werden somit optimal verhindert. Dafür kann es passieren, dass nicht alles erfasst wird und kleine Graspartien stehen bleiben.

Geordnetes Bewegungsmuster: Hier bewegt sich der Rasenmähroboter in geordneten Bahnen, die vorher eingestellt wurden. Der Vorteil hierbei ist, dass definitiv alle Stellen erfasst werden. Da aber der Mähroboter immer den gleichen Weg fährt, können hier mit der Zeit Fahrspuren entstehen.

Aber woher weiß der Roboter eigentlich, welcher Ihr Garten ist? Denn immerhin sollte er nicht im Garten des Nachbarn landen.

Mit Begrenzungskabel: Dem Gartenrand entlang wird ein Begrenzungskabel gelegt, das entweder auf der Oberfläche befestigt oder in die Erde eingegraben wird (hier sind 20 Zentimeter Tiefe optimal). Innerhalb des Kabels entsteht ein elektrisches Feld, in dem sich der Roboter bewegt.

Ohne Begrenzungskabel: Hier werden Grassensoren angebracht, die sich am besten für klar strukturierte Gärten eignen. Bei dieser Art der Begrenzung besteht die Gefahr, dass der Roboter in ein Blumenbeet oder den Pool fährt, wenn diese nicht durch Hindernisse geschützt werden.

GPS-Signal: Der Arbeitsbereich innerhalb des Begrenzungskabels wird festgelegt. Das heißt, Blumenbeete, Pools und Stellen, die nicht gemäht werden sollen, können hier eingestellt werden. Der große Vorteil bei einem GPS-Signal ist, dass der Roboter genau planen kann wie er fährt. So werden bereits gemähte Stellen nicht zigmal überfahren.

Vorteile

Der Roboter ist besonders für Menschen, die wenig Zeit haben oder erübrigen wollen, eine gute Lösung. Auch Allergiker können davon profitieren, da sie nicht mit dem geschnittenen Gras in Berührung kommen. Der Rasenmähroboter kann zu festgelegten Zeiten mähen und mäht sogar, wenn man auf Urlaub ist. In diesem Fall empfiehlt sich ein Diebstahlschutz.

Die Akkus sind bei der Anschaffung ein wenig teuer, kosten oft hunderte von Euro, dafür müssen sie erst nach Jahren ausgetauscht werden. Der Stromverbrauch ist sehr niedrig, liegt meist unter 100 Watt. Im Vergleich dazu haben Elektrorasenmäher oft einen Verbrauch von 1.500 Watt. Auch die Messer, die alle paar Monate gewechselt werden sollen, kosten nicht mehr als 20 bis 30 Euro. Die Betriebskosten sind entsprechend niedriger. Einen großen Pluspunkt hat der mit Akku betriebene Roboter: Es werden keine Emissionen und schädlichen Schadstoffe ausgestoßen.

Rasenmähroboter können an Sonn- und Feiertagen und sogar in der Nacht verwendet werden, denn sie sind viel leiser als ihre nicht automatischen Vorgänger: Zwischen 50 und 70 Dezibel erzeugen sie. Das entspricht dem Geräusch des Kühlschrankes bis zu einem eingeschalteten Fernseher.

Der Roboter hat das Mulch-System inne: Das gemähte Gras wird zerkleinert und wieder auf den Rasen verteilt, wo es wiederum als Dünger dient. Sie müssen also keinen Rasenabfall entsorgen. Somit wird das Gras dichter und es muss weniger gewässert werden. Das Gras bleibt gesund, denn die Sonne gelangt nun auch zu den untersten Schichten.

Nachteile

Es kann sein, dass durch den Mähroboter nicht alle Stellen erfasst werden. Weiters muss der Rand manuell nachbearbeitet werden, da der Mäher dort nicht richtig hinkommt.

Trotz der Sensoren kann man nie zu 100% garantieren, dass der Roboter ausweicht. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass man anwesend ist, wenn sich Kinder im Garten aufhalten, um schwere Unfälle zu vermeiden.

Natürlich hat der Rasenmähroboter auch seine Grenzen, besonders wenn es um Steigungen geht: Oft ist bei spätestens 45 Grad Steigung Schluss. Zu bedenken ist, dass sich die Akkulaufzeit um ein vielfaches erhöht, wenn es ständig bergauf geht. Weiters erfordert der Mähroboter einen hohen Bedienungs- und Wartungsaufwand. Durch vorprogrammierte Softwaren kann man ihn nicht selbst reparieren – und Reparaturen kosten, besonders bei Elektrogeräten, viel Geld.

Die automatischen Helferlein sind auch teurer als Benzin- oder Elektrorasenmäher. Diese gibt es schon ab 200 Euro. Die Rasenmähroboter dagegen sind nicht unter 1.000 Euro zu haben und können schon einmal bis zu 4.000 Euro kosten.

Vor dem Kauf

Viele Kriterien beeinflussen den Kauf. Der wichtigste Punkt ist die Rasenfläche. Oft geben die Firmen ein zu hohes Flächenpensum an, das unter der tatsächlichen Leistung des Gerätes liegt. Wenn Sie sich beim Kauf also unsicher sind, dann nehmen Sie ein Gerät, das für eine größere Fläche bestimmt ist - aber nicht mehr als 20% der tatsächlich zu mähenden Fläche. Wichtig ist auch, wie hoch das Gras sein soll. Den manche Geräte können höhere Grashalme nicht erfassen.

Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen, ist es ratsam, sich einen leistungsstarken Roboter anzuschaffen. Besitzen Sie einen Garten mit ebener Fläche, reicht ein leistungsärmerer Roboter vollkommen aus. Entscheidend ist auch, wie häufig gemäht wird: Wenn Sie nur einmal die Woche mähen, sollten Sie ein Gerät mit maximaler Schnitthöhe nehmen. Wenn aber mehrmals pro Woche gemäht wird, ist eine geringe Schnittmenge optimal, um die Halme zu kürzen.

Komplizierte und aufwendige Navigationssysteme benötigt man bei einfachen rechteckigen Gärten nicht. Sollte Ihr Garten jedoch viele Engpässe, Wege und komplizierte Stellen haben, dann ist ein Navigationssystem ein hilfreiches Tool.

Fazit

Rasenmähroboter sind praktische Geräte, die Zeit und Arbeit sparen. Sie haben viele integrierte Funktionen wie Hebesensoren, GPS und Navigationssysteme. Um das kleine Helferlein muss man sich kaum kümmern - es lädt sich auf und arbeitet selbstständig. Leider sind sie nicht zu 100% gefahrenlos und bei der Anschaffung sehr teuer. Wie fast alle Elektrogeräte sind auch Rasenmähroboter nicht vor technischen Störung geschützt - Reparaturen können kostspielig sein.

Autor: Julia Furdea , 24.05.2016