Von Landhaus bis Luxus: Küchenstile im Vergleich

Es ist ein Platz zum Tüfteln, Kreieren, Experimentieren. Ein Ort des Genusses und der Gaumenfreuden. Aber auch einer des Zusammenkommens und Lachens. Die Rede ist von der Küche. Sie ist längst von einem Raum zur Deckung der Grundbedürfnisse zum Herzstück eines jeden Hauses und jeder Wohnung avanciert. Neben dem Thema Funktionalität rückt deswegen auch das Design immer mehr in den Vordergrund. Der Stil einer Küche lässt sich vor allem an den Fronten erkennen – aber nicht nur! Auch Rückwände und die Arbeitsplatte geben der Küche ihr jeweils unverwechselbares Gesicht. Dazu kommen etliche kleinere und größere Elemente, praktische und schöne Details sowie Farben und Formen, die das Gesamtbild abrunden. Wir zeigen, welche unterschiedlichen Küchenstile es gibt.

Küchen werden immer individueller

Küchen haben sich in den letzten Jahrhunderten enorm gewandelt: Waren es zu Beginn noch einfache Kochstellen, auf denen im antiken Rom Lebensmittel zubereitet wurden, so speisen wir heute vielfach in modernen, offenen Wohnküchen. Mittlerweile gibt es daher auch eine große Auswahl an Küchenstilen. Ob klassisch, minimalistisch, rustikal, modern oder naturnah – letztendlich entscheidet der eigene Geschmack darüber, wie das künftige Herzstück aussehen soll. Inspirationen und Ideen für die persönliche Traumküche gibt es bei Küchenherstellern sowie in Möbelhäusern, aber auch auf Blogs oder auf Pinterest.

Inzwischen lassen sich Küchen außerdem frei planen, wodurch Besitzer nicht mehr an starre Konzepte und Modelle gebunden sind. Auf diese Weise können die gewünschten Farben, Maße und Funktionen an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Dank moderner Technik ist es in Küchen darüber hinaus so leise wie nie zuvor und so manches Gerät schaltet sich bereits von selbst ein oder wieder aus. Wer möchte, kann heutzutage Küche und Esszimmer miteinander verbinden und damit eine offene Oase des Genusses schaffen. Auf der anderen Seite gibt es auch immer mehr minimalistische und platzsparende Lösungen für all jene, die nur über eine kleine Wohnung verfügen. In Summe sind Hausbesitzern daher heutzutage durch viele unterschiedliche Küchenformen fast keine Grenzen mehr gesetzt: Ob L, U oder G – jede Form hat unterschiedliche Vor- und Nachteile. Gleichzeitig kommt es natürlich auch auf die Optik an. Doch welche Küchenstile gibt es überhaupt?

Küchenstile im Überblick

Viele Möglichkeiten bedeuten auch viele Entscheidungen. Daher ist es ratsam, bei der Küchenplanung zumindest schon eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wohin die Reise in puncto Design und Funktionalität gehen soll. Weil es vor allem der Stil ist, der über die Optik einer Küche entscheidet, stellen wir nachfolgend ein paar der bekanntesten Küchenstile vor.

Moderne Küchen:

Diese Art von Küchen punktet vor allem durch neue Technologien. Häufig kommen dabei Küchenfronten, die unempfindlich gegen Fingerabdrücke, wasserabweisend, antibakteriell, stoß- und kratzfest sowie hitzebeständig sind, zum Einsatz. In puncto Farbe, Struktur und Optik gilt die Devise: Alles ist möglich. Meist ist eine Tendenz hin zu klaren Formen und besonders praktischen und hygienischen Materialien feststellbar. Holzreproduktionen imitieren den beliebten Rohstoff zum Beispiel täuschend echt und sind dabei funktional und leicht zu reinigen. Wer es ausgefallener mag, kann auch zu Beton und Metall oder Glas und Keramik greifen.

Landhausküchen:

Dieses Design gehört zu den beliebtesten Küchenstilen überhaupt – und ist ebenso äußerst vielseitig. Manche Landhausküchen werden mit Country-Elementen wie offenen Regalen, in denen sich die Teller dekorativ stapeln dürfen, oder Glasvitrinen, die an vergangene Jahrhunderte erinnern, aufgehübscht. Auch Messinggriffe, Arbeitsplatten aus Marmor oder dekorative Gewürzschränke sind erlaubt – hierbei spricht man vom sogenannten Shaker-Stil. Das, was all diese Küchen gemeinsam haben, sind warme, neutrale Farben, matte Oberflächen sowie natürliche Materialien – allen voran Holz. Klassische Landhausküchen sind eher rustikal, während der skandinavische Landhausstil ein Stück weit minimalistischer und puristischer ist.

Küchen im Industrial-Design:

Wer auf der Suche nach einer Küche mit dem gewissen Extra ist, kommt am Industrial-Design nicht vorbei. Bei diesem spielt das Baumaterial Beton eine entscheidende Rolle. Bei echten Betonküchen wird zum Beispiel eine hauchdünne Betonschicht auf eine MDF-Trägerplatte aufgetragen, eine günstigere Alternative sind Küchenfronten aus Kunststoff in Beton-Optik. Küchen im Industrial-Design versprühen einen rauen Charme, der an alte Fabriken oder urbane Lofts erinnert. Moderne, kühle Werkstoffe wie Metall, Stahl, Edelstahl, Kupfer oder Messing treffen auf dunkle Farben wie Schwarz oder Anthrazit. Dazu gesellen sich Naturmaterialien wie Holz, genauso wie Leder und Fell speziell als Dekoration. Generell ist hierbei eine starke Tendenz hin zur Ursprünglichkeit des jeweiligen Rohstoffs zu erkennen – Ziegel bleiben unverputzt, Küchenplatten müssen nicht zu 100 % glatt oder unversehrt sein. Eine unverfälschte Patina gibt so manchem Detail erst seinen unverkennbaren Charakter.

Design-Küchen:

Sie sind Luxus pur – individuell gestaltete Design-Küchen in einer zeitlosen Optik. Hierfür werden hochwertige Materialien verwendet, die beständig und praktisch zugleich sind. Bei dieser Art von Küchen ist Zurückhaltung gefragt – sie leben vielfach von einem cleanen, aufgeräumten Look. Verbaute Geräte verschwinden hinter Hochglanzfronten, eingelassene Spots sorgen für eine subtile Beleuchtung und der Fokus liegt auf einzelnen Eyecatchern wie einer Naturstein-Arbeitsplatte oder einem in Szene gesetzten Gewürzregal. Zum Einsatz kommen verstärkt verschiedene Holzarten, Naturstein, Glas oder Stahl. Charakteristisch sind zudem eine klare Linienführung und grifflose Fronten.

Autor: Weekend Online, 17.01.2022