"The Watcher": Villa entpuppte sich für Käufer als Horrorhaus

Bei dem Preis mussten Derek und Maria Broaddus einfach zuschlagen: 1,355 Millionen Dollar kostete das Haus mit sechs Schlafzimmern, zwei Bädern, Kamin, Terrasse und großzügigem Garten. Zusammen mit den drei Kindern wollte das Ehepaar dem Trubel von New York entkommen und sich im 40 Autominuten entfernten Örtchen Westfield niederlassen. Was wie der beste Deal ihres Lebens wirkte, wurde schnell zum absoluten Horror.

Unheimliche Post

Denn schon drei Tage nach der Unterzeichung des Kaufvertrages erhielt das Paar den ersten beunruhigenden Brief. Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass das Haus "unter Beobachtung" stehe. Unterschrieben hatte jemand mit dem Namen "The Watcher". Was zunächst noch nach einem Streich aussah, wurde immer ernster. "Warum seid ihr hier?" und "Ich werde es herausfinden. Wenn ich erst einmal eure Namen kenne, kann ich besser planen", war später zu lesen.

Die Erklärung für seine unheimlichen Briefe lieferte der Stalker ebenfalls. Sein Großvater hatte das Haus bereits in den Zwanzigern beobachtet, dann sein Vater in den Sechzigern. "Jetzt bin ich an der Reihe. Meine Zeit ist heute gekommen", schrieb "The Watcher". Laut ihm gehöre diese Villa seit Jahrzehnten der eigenen Familie. Eine Information, die die eingeschaltete Polizei leider auch nicht weiterbrachte. Die Inhalte der Stalker-Briefe wurde immer gruseliger: "Ich habe den Woods gesagt, dass sie mir junges Blut bringen sollten." Damit meinte er die Vorbesitzer John und Andrea Woods. "Haben sie sich daran gehalten? Und wo spielen sie denn?". Im Keller hatte man ein Spielzimmer für die Kinder eingerichtet. "Gekrönt" wurde das Ganze noch mit mysteriösen Andeutungen: "Habt ihr schon herausgefunden, was sich in den Wänden befindet?"

Fast ein Jahr später sind die Broaddus aus dem Haus geflüchtet und verklagen nun den früheren Eigentümer sowie den Immobilienmakler. Sie verlangen für den Stress und die Angst vor den Briefen einen Schadenersatz in unbekannter Höhe. Auf jeden Fall wollen sie aber den Kaufpreis von 1,355 Millionen Dollar zurück haben. Vom Stalker fehlt bis heute jede Spur.

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Author: Maria Zelenko , 06.07.2020