Neu entdeckter Spieltrieb: Alte Kinderspiele leben wieder auf

Die guten alten Zeiten: Kinder spielten mit ihren Kameraden im Hof bis es dunkel wurde, dann fielen sie todmüde ins Bett. iPad, Xbox oder Wii waren noch lange nicht erfunden und was ging ihnen ab? Genau nichts! Warum lassen wir die alten Kinderspiele nicht wieder aufleben? Das dachte sich auch die Autorin Inge Friedl und sammelte für ihr Buch „Alte Kinderspiele“ alle möglichen längst vergessenen Spiele zusammen. „Das Wissen um alte Kinderspiele geht verloren, sobald eine Generation von Kindern aufhört, sie zu spielen“, sagt die Autorin. Und sie hat recht. Kein iPad kann es mit dem altmodischen „Pfitischigogerln“ aufnehmen, wenn man die Spielregeln lebendig erklärt.

Armer schwarzer Kater

Bei diesem Spiel geht es darum, den anderen zum Lachen zu bringen. Alle Spieler sitzen in einem Kreis, ein Spieler wird ausgewählt, der den Kater spielt. Der vom Kater Angesprochene muss dreimal deutlich „Armer schwarzer Kater“ sagen, ohne dabei zu lachen. Der Kater muss den ausgewählten Spieler mittels Grimassen, fauchen oder miauen zum Lachen bringen.

Blinde Kuh

Der Klassiker unter den Kinderspielen: Vor dem Spiel wird ausgezählt, wer die „blinde Kuh“ spielen muss. Ihr werden mit einem Tuch die Augen verbunden. Aufgabe ist es, den Löffel zu suchen. Nach einem Spruch wird die „Kuh“ ein paar Mal gedreht. Die anderen Kinder laufen um die „Kuh“, berühren sie kurz und lenken sie ab. Derjenige, der von der „Kuh“ als Erstes erwischt wird,
ist die „Kuh“ im nächsten Spiel.

Tempelhüpfen

Auch bekannt als „Himmel und Hölle“. Das Spielfeld wird mit Kreide auf dem Boden aufgemalt. Entweder die Kinder hüpfen oder spielen mit einem flachen Stein oder Holzstück. So funktionierts: die Felder müssen nacheinander mit einem Bein abgehüpft werden. Fehler sind: mit dem zweiten Bein den Boden berühren, mit dem Fuß oder dem Stein einen Strich berühren, den Stein in ein falsches Feld werfen und je nach Spiel, auch wenn der Spieler die aufgemalte „Hölle“ berührt.

Buchtipp: Inge Friedl präsentiert alte, teils vergessene Spiele aus einer Zeit, in der Kinder noch auf der Gstettn und in den Gassen spielen konnten. "Alte Kinderspiele" ist im Böhlau Verlag erschienen und kostet EUR 24,90.

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Autor: Maria Zelenko, 21.07.2015