SCR Altach Manager Christoph Längle

Weekend: Der SCR Altach muss die Heimspiele der Europa League Qualifikation in Innsbruck spielen. Wissen Sie, wieviel dem Bundesligaverein durch die sprichwörtlichen Lappen geht?
Christoph Längle:
Für die Europa-League-Qualifikation braucht man 4500 Sitzplätze, 8000 für die Gruppenphase. Aktuell haben wir nur 3400 Sitzplätze, pro Spiel verlieren wird zwischen 150.000 und 200.000 Euro.

Weekend: Kann der Klub diese „doppelten“ Auswärtsspiele überhaupt bewältigen?
Christoph Längle:
Unsere Struktur ist mit sechs Angestellten und zwei Teilzeitkräften auf Bundesliga ausgerichtet. Seit April haben wir zwei Praktikanten zusätzlich in der eingestellt. Zudem können wir auf ehrenamtliche Mitarbeiter zurückgreifen.

Weekend: Ab wann „siedelt“ der SCR Altach vor den Spielen nach Innsbruck??
Christoph Längle:
Ab Dienstag sind die ersten schon in Innsbruck, bis zum Spiel kommen dann fast alle Mitarbeiter nach. Nur die Teilzeitkräfte und ein Lehrling bleiben in Altach, um den Betrieb hier aufrecht zu erhalten. Mit 40-Stunden-Wochen geht aktuell gar nichts, da müssen die Mitarbeiter schon Fans des SCR Altach sein, um alles zu bewältigen.

Weekend: Was bleibt in dieser Konstellation ihrem Klub wirklich?
Christoph Längle:
Von demStartgeld von 220.000 Euro (3. Runde) bzw. 230.000 Euro
(4. Runde) bleibt leider nicht allzu viel übrig. Die Stadionmiete in Innsbruck kostet rund 60.000 bis 80.000 Euro, der Flug nach Portugal kostet knapp 100.000 Euro, dazu kommen Übernachtungs-kosten in Innsbruck und in Portugal. Da kann man sich leicht ausrechnen, dass der Gewinn nicht überschwänglich hoch sein wird. Positiv ist das gesteigerte Image des Vereins. Und die Erfahrungen, die wir aus dem Gedankenaustausch mit den anderen Klubs mitnehmen. Neu waren für uns das Chartern eines Flugzeuges, die Organi-sation eines Sonderzuges, das ist im Klub noch nie bewältigt worden.

Weekend: Was würde der Klub – gegebenenfalls – mit den 2,4 Milllionen Euro (plus Werbeeinnahmen) anfangen.?
Christoph Längle:
Erst wenn die 2,4 Millionen an Startgeld für das Erreichen der Gruppenphase Wirklichkeit werden, stellen wir Überlegungen an, was damit geschehen soll. Fix wären dann Reisekosten in der Größenordnung von 500.000 Euro, die Mannschaft bekommt natürlich auch etwas von dem Kuchen ab.

Weekend: Hat die Europa League auch persönliche Konsequenzen für Sie?
Christoph Längle:
Die Europa League hat die Urlaubsplanungen mit meiner Familie durchkreuzt, wir wollten eigentlich Ende August ein paar Tage wegfahren, jetzt geht die Reise neuerlich nach Portugal.

ZUR PERSON: Christoph Längle

  • geboren 7. 6. 1970,
  • lebt in Altach
  • verheiratet, 1 Kind
  • Absolvierte die Handelsschule und eine Sportmanagementausbildung
  • ist seit 2000 beim SCR Altach, seit 2008 angestellt
  • Hobbies: Lesen, Sport, Joggen („ein wenig“)
  • Vlbg. Schülerligasieger 1981 (mit Adi Hütter)
Autor: Claudia Weiss, 13.08.2015