Schiff Ahoi! Wirtschaftsfaktor Schifffahrt in Österreich

Neu im Angebot: Die „Burger Building Night“ oder „Kubanische Nacht“ – klingt nach All-inclusive-Urlaub oder Tanzkurs. Es sind aber die neuesten Angebote der DDSG Blue Danube an Bord der MS Admiral Tegetthoff. Ausflugs-Schifffahrten auf der Donau wer den immer beliebter und zwar nicht wie angenommen bei Touristen, sondern bei den Österreichern selbst. Die DDSG Blue Danube ist das größte Personenschifffahrtsunternehmen Österreichs. Mit rund 70 Mitarbeitern und sechs Schiffen wird der Linienbetrieb in Wien und der Wachau betrieben. Zusätzlich gibt es rund 200 verschiedene Themenfahrten. „Der Passagier will etwas geboten bekommen, auch an Bord eines Schiffs. Darauf hat die DDSG Blue Danube reagiert“, so Geschäftsführer Wolfgang Hanreich. Neu im Programm sind: Die James Bond Night, das wilde 60er-Jahre-Partyschiff, die Schlagerparty sowie etliche kulinarische ­Themenfahrten wie Karibische Nacht oder Barbecue Party, sowie eigene Kabarett-Fahrten ab EUR 42,–. Buffet immer inklusive. „Mit den Themenschifffahrten wollten wir neue Zielgruppen erschließen. Auch die Schifffahrt braucht einen gewissen Eventcharakter. Man muss die Leute unterhalten“, so Geschäftsführer Wolfgang Hanreich.

Wichtige Wasserstraße

Die Donau ist das direkte Bindeglied zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Jährlich werden rund 12 Millionen Tonnen Güter über die Donau befördert, damit ist sie neben Straße und Schiene der drittwichtigste Verkehrsweg des Landes. Würden diese Güter auf der Straße transportiert, wären rund 500.000 Lkw-Ladungen mehr unterwegs. „Die Schifffahrt leistet somit einen sehr sinnvollen Beitrag, die Verkehrsbelastungen der Bürger sowie unserer Umwelt in Grenzen zu halten“, so Verkehrsminister Alois Stöger.

Wirtschaftszentrum Hafen

Österreich verfügt über vier öffentliche Donauhäfen in Wien, Krems, Enns und Linz. Mit ihren Containerterminals sind sie wichtige Güterverkehrszentren entlang der Donauachse und zentrale Logistik- und Umschlagspunkte für den Wirtschaftsstandort Österreich. Das Areal des Wiener Hafens ist rund drei Millionen Quadratmeter groß. In allen drei Güterhäfen – dem Hafen Freudenau, Hafen Albern ­sowie dem Ölhafen Lobau – werden pro Jahr rund 1.500 Frachtschiffe abgefertigt. Über den Wasserweg kommen vor allem Mineralölprodukte sowie Streusalz, Baustoffe wie Zement, Sand oder Stahlprodukte bzw. landwirtschaftliche Produkte wie ­Getreide und Kunstdünger.

Kaderschmiede für Kapitäne

Gute Nachrichten gibt es für alle Nachwuchs-Kapitäne: seit dem Jahr 2001 kann man sich in Österreich zum Kapitän ausbilden lassen. Einerseits gibt es Berufsschulen, in der man die dreijährige Ausbildung zur Binnenschifffahrt absolvieren kann. Hier wird gelernt, was ein echter Kapitän wissen und können muss: Das Drehen von Maschinenteilen, die Wartung des Schiffes, die Rettung von Passagieren oder welche ­Sehenswürdigkeiten in den Ländern entlang der Donau liegen. Bei der DDSG können pro Jahr fünf Lehrlinge die Ausbildung am Wasser und an Land beginnen. Binnenschiffer – Bootsmann – Steuermann – Kapitän, das ist die Laufbahn eines Besatzungsmitglieds auf einem Binnenschiff.

Donau-Kreuzfahrten

Für alle, die die Sehenswürdigkeiten entlang der Donau vom Wasser aus betrachten wollen, gibt es die Möglichkeiten einer 9-tägigen Kreuzfahrt auf der MS Nestroy von Wien oder Linz bis ans Schwarze Meer. Die Flusskreuzfahrt kostet 1.199 Euro. Man reist mit maximal 226 Personen in einer Zweierkabine mit Stationen in Budapest, Belgrad, Rousse, durch das Donaudelta bis nach Tulcea in Rumänien, per Flugzeug geht es wieder zurück nach Wien oder Linz.

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Autor: Weekend Online, 09.06.2015