Kärnten-Konzert: Großmeister Wecker im Talk

Er bewegt mit seiner Musik, verzaubert als charismatischer Schauspieler und rührt mit seinen Büchern. Er ist Allrounder mit Herzblut, nicht verlegen politische Defizite aufzuzeigen, vielfach ausgezeichnet und dennoch beinhart ehrlich, wenn es um seine dunklen Momente geht. Konstantin Welkcer schreckt auch in seinem neuen Album "Ohne Warum" nicht davor zurück, die ungeheurliche Ungerechtigkeit auf Tape zu bringen.

Weekend: In Ihrem neuen Album "Ohne Warum" schwingt etwas Mystisches mit. Wie lässt sich diese Mystik erklären?
Konstantin Wecker: Das Mystische will etwas im Inneren erfahren. Es geht um die Suche nach Gott, sich selbst und was uns zusammenhält.

Weekend: Viele Texte widmen sich dem Krieg. Für einen Pazifisten ein Irrsinn, was gerade passiert ...
Konstantin Wecker: Es ist furchtbar. Der Westen reagiert nicht, schließt Putin, den ich in keinster Weise unterstütze, aus und geht auf Konfrontation. Das ist ein gefährlicher Affront. Es macht mir Angst. Die heutige Generation weiß nicht, was Krieg bedeutet. Ich war bei der Friedensbewegung in den 80ern dabei - so etwas brauchen wir jetzt. Die Menschen müssen wieder auf die Straße gehen!

Weekend: Mein persönlicher Favorit des neuen Albums ist "Auf der Suche nach dem Wunderbaren". Was steckt hinter dem Lied?
Konstantin Wecker: Als junger Studen kam mir das Buch "Auf der Suche nach dem Wunderbaren" unter. An diese Art von spiritueller Literatur erinnterte ich mich.

Weekend: Wie bleiben Sie kreativ?
Konstantin Wecker: Ich weiß es nicht. Ich muss warten bis mich die Muse küsst und gebe mich ihr dann hin.

Wecker ist Musiker, Schauspieler und Schriftsteller. 1968 erste Soloauftritte, 1970 Studium der Philosophie und Psychologie, im April 1973 erschien die erste LP, drei Jahre später ging er auf Deutschlandtournee, es folgten unglaublich erfolgreiche vier Jahrzehnte mit großen Konzerten und zahlreichen verkauften Alben. 2014 startete Wecker die Tournee "40 Jahre Wahnsinn", die ihn am 6. August in die Burgarena Finkenstein führt.

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Autor: Nadine Wohlkönig, 06.07.2015