Der Rockstar am Platz

Weekend: Seit wenigen Monaten bist du zurück in der Heimat. Wie kam es zum Wechsel zur Austria Klagenfurt?
Mattias Sereinig: Im Vordergrund stand die sportliche Herausforderung. Der Verein hat sich erholt, den Aufstieg geschafft und ist irrsinnig stark aufgestellt. Das taugt mir und ich möchte selbst einige Erfolge mit der Austria Klagenfurt feiern. Noch ein wichtiger Grund sind meine beiden Töchter, die hier leben.

Weekend: Wie sieht der Fahrplan für die Saison aus?
Mattias Sereinig: Erfolgreich sein! Wir sind ganz gut gestartet und in der Liga angekommen. Mit dem Abstieg wollen wir nichts zu tun haben. Ich denke, es ist nicht vermessen zu sagen, dass wir uns die Top 5 als Ziel setzen.

Weekend: Bei den vorigen Clubs warst du oft in der Position des Leaders, warst etwa bei Wiener Neustadt Kapitän. Siehst du dich in Klagenfurt auch in dieser Rolle?
Mattias Sereinig: Schon etwas. Ich glaube auch, dass das von mir erwartet wird. Als älterer Spieler habe ich die Aufgabe den Jungen vorzuleben was es heißt Profifußballer zu sein, immer 110 Prozent zu geben, Extraschichten zu schieben, voll auf den Sport fokussiert zu sein, aber eben auch Spaß daran zu haben.

Weekend: Es hat immer wieder Typen gegeben die Mannschaften und den Fußball geprägt haben. Etwa Krankl, Kahn, Gattuso. Solche Spieler werden immer weniger. Du bist aber auch so einer - braucht Fußball mehr Rock'n'Roll?
Mattias Sereinig (lacht): Auf jeden Fall! Im Moment zählt das Kollektiv. Nur wenige Spieler stechen wirklich heraus, oft ist es die Mannschaft, die imponiert. Das ist nicht schlecht, aber ein paar mehr Typen würden dem modernen Fußball gut tun. Wobei ich sagen muss, dass bei mir ein echter Unterschied zwischen Spielfeld und Privatleben ist. Am Platz bin ich wild, gebe alles, versuche als Verteidiger das Spiel zu rocken. Privat bin ich ruhig, ein einfacher Typ, der sich gern auch mal zurücknimmt.

Weekend: Also bei dir privat ist eher Kuschelrock angesagt?
Mattias Sereinig: Nicht wirklich. Ich liebe Musik und da darf 's gerne laut sein. Die Red Hot Chili Peppers find ich cool, aber auch der neue deutsche Alternative Rock hat viel zu bieten. Ich spiele selbst Gitarre - das ist ein feiner Ausgleich zum Sport.

Kurz & bündig

Wenn ich nicht kicke, dürfen meine Töchter mit mir machen was sie wollen.
Mein Lieblingsplatz in Kärnten ist das Freibad in Pritschitz.
Wenn ich die Fußballschuhe an den Nagel hänge, möchte ich im Sportmanagement arbeiten – eventuell auch selbstständig.

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Autor: Nadine Wohlkönig, 14.08.2015