Sportwetten: Was man zur Gesetzeslage wissen sollte

Sportwetten gibt es bereits seit geraumer Zeit. Wahrscheinlich haben auch schon einmal die eine oder andere Wette auf ein Sportereignis abgeschlossen. In den letzten Jahren ist die Sportwetten-Industrie immer größer geworden, und die Nachfrage nach Anbietern sorgt auch dafür, dass mehr Gesetze dafür entwickelt wurden. Sich einen Überblick über die sich ständig verändernde Wettlandschaft zu machen, ist allerdings nicht ganz leicht. Deshalb haben wir die wichtigsten Gesetze für Sie zusammengefasst.

Ist das eigentlich legal?

Sportwetten im Internet abzuschließen ist mittlerweile kinderleicht, und man findet jeden Tag unzählige Sportveranstaltungen, auf die man wetten kann. Aber sind diese Wetten eigentlich legal? Wie sieht die Gesetzgebung dazu aus? Als erstes ist festzuhalten, dass die Gesetzgebung im Bereich der Sportwetten noch immer ein großes Wirrwarr darstellt. Es fehlt eine einheitliche Linie. Hinzu kommt, dass es keine einheitliche nationale Gesetzgebung gibt. Daher sieht die Lage in Wien anders aus als zum Beispiel in Salzburg.

Unterschiede zwischen Bundesländern

Ein Beispiel aus der Praxis: In Wien sind Live-Wetten und Wetten auf das nächste Tor untersagt. In Salzburg sind diese Wetten erlaubt. Man darf allerdings in Salzburg nicht mehr als 500 Euro wetten. Dieses Durcheinander findet man landesweit, und man kann dies sowohl offline als auch online beobachten. Im Internet kommt hinzu, dass es Bemühungen gibt, ausländische Anbieter auszuschließen. Dies soll vor allem der Sicherheit der einheimischen Nutzer dienen und österreichischen Anbietern eine bessere Marktstellung ermöglichen.

Keine einheitliche Lösung

Die Gesetzgebung ist aber nicht nur bei Sportwetten noch immer überarbeitungswürdig, sondern auch bei anderen Glücksspielen. Denn der Gesetzgeber unterscheidet zwar zwischen Sportwetten und Casino-Spielen wie Poker, Roulette und Spielautomaten. Aber von einer einheitlichen Lösung ist man generell weit entfernt.

Spielautomaten

Das sieht man vor allem bei Spielautomaten, die in Österreich immer beliebter werden. An manchen Orten kann man so viel spielen wie man will, solange man die Öffnungszeiten der Etablissements beachtet. Andernorts ist die Spielzeit aber auf eine Stunde begrenzt und man kann pro Spiel maximal nur einen Euro einsetzen. Hierbei handelt es sich aber um die Offline-Casinos, die man in Österreich vielerorts besuchen kann. Wie sieht die Situation im Internet aus?

Die Regelungen zu Glücksspiel im Internet sind bedeutend komplizierter als die Gesetzgebung für herkömmliche Casinos. Ausländische Anbieter überschwemmen den Markt, und die Regulierung ist hier sehr kompliziert.

Vergleich zu Deutschland

Allerdings steht Österreich bei der Regulierung von Sportwetten und Glücksspiel nicht alleine da. Denn auch die deutschen Nachbarn haben mit den aktuellen Gesetzen in diesem Bereich ihre Schwierigkeiten. Auch dort kann man beobachten, dass man keine allgemeine Linie findet, und dass Glücksspiel Ländersache ist. Diese Situation macht es natürlich auch in Deutschland nicht leichter, zu einem Ergebnis zu kommen. Hinzu kommt bei unserem Nachbarn, dass man sich dort erst um Veränderungen bemüht hat, als der Europäische Gerichtshof dies vorschrieb. Bei den Online-Anbietern sieht die Situation ähnlich wie in Österreich aus. Die Gesetzgeber haben scheinbar noch nicht richtig verstanden, was die beste Lösung sein könnte. Im Vordergrund scheint aber in beiden Ländern zu stehen, dass das Suchtpotenzial eingedämmt wird. Hier sehen die zuständigen Behörden bei den meisten Online-Anbietern noch einen großen Nachholbedarf.

Einzahlungslimit

In Deutschland hat man unter anderem ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat ins Gespräch gebracht. Damit sollen die Nutzer geschützt werden. Wie genau die Umsetzung aussehen wird, ist allerdings noch unklar. Deutschland plant einen neuen Glücksspielvertrag für 2021. Ob und wie dieser zusammenkommt ist bisher jedoch nicht klar. Man kann sich aber ziemlich sicher sein, dass die Ergebnisse in dem Vertrag auch weitreichende Folgen für Österreich haben könnten.

Datenschutz

Denn sollte der neue Glücksspielvertrag in Deutschland Erfolg haben und Schule machen, dann könnte auch der österreichische Gesetzgeber einige der Passagen übernehmen. Spannend wird dabei auch sein, wie der Datenschutz überwacht wird. Denn bei vielen, vor allem ausländischen Anbietern im Internet, ist es oft nur schwer nachzuvollziehen, was mit den Daten geschieht.

Rechtliche Grauzone

Zu den Regulierungsbehörden gehören in Österreich das Bundesfinanzministerium für Finanzen und die jeweiligen Landesbehörden. Wer momentan Sportwetten im Internet abschließt, der muss sich eigentlich keine Gedanken machen. Denn die gesamte Branche befindet sich weiterhin in einer Grauzone. Dies bedeutet, dass man weiterhin von Sportwetten profitieren kann. Es ist auch nicht absehbar, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird. Wichtig ist vor allem, dass man sich bei den großen und vertrauenswürdigen Anbietern anmeldet, damit man sich über den Verbleib seines Geldes keine Sorgen machen muss. Hierauf sollte man als Spieler sein Hauptaugenmerk legen.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 19.10.2020