Abschied von Prinz Philip (1921 – 2021) in Bildern

Letztes Geleit

Unter normalen Umständen wären an diesem sonnigen Aprilnachmittag 800 Vertreter des europäischen Hochadels sowie öffentlichen Lebens zur Trauerfeier von Prinz Philip erschienen. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie waren es knapp 30 Mitglieder des engsten Familienverbandes, die sich in der St. George’s Kapelle nahe Windsor Castle einfanden, um dem Monarchen die letzte Ehre zu erweisen; im Gefolge noch eine Handvoll langjähriger Mitarbeiter, dazu eine Abordnung der Royal Marines und der Royal Navy, die ihm das letzte Geleit gaben und für einen würdigen musikalischen Rahmen sorgten. Ganz im Sinne von Prinz Philip, der sich von jeher einen bescheidenen Abschied ohne Pomp gewünscht hatte („a funeral of minimal fuss“). Dafür sprach die minutiös geplante Trauerfeier.

Auf dem Gelände von Windsor Castle fand die Beisetzung von Prinz Philip statt.

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Königsfamilie vereint und einig

So traurig der Anlass war, gab er der Königsfamilie Gelegenheit, nach den Aufregungen der vergangenen Wochen und Monate Geschlossenheit und Einigkeit zu vermitteln. Für Harry, der ohne seine Frau Meghan aus Kalifornien angereist war, der erste Heimatbesuch seit seinem Rücktritt von seinen royalen Pflichten. Die BBC-Kommentatoren dazu: „Diesen hätte er sich vermutlich wohl unter anderen Umständen gewünscht.“

Andrew und Edward gefolgt von William und Harry | Credit: ADRIAN DENNIS / AFP / picturedesk.com

Sein Leben in Windsor Castle

In Windsor Castle hatte Prinz Philip die bedeutendsten Momente seines Lebens erlebt, dort traf er Elisabeth II. zum ersten Mal und verliebte sich in sie. Seine Mutter und Großmutter waren hier geboren worden. Alle wichtigen Stationen seines Lebens waren für ihn mit diesem Ort verbunden.

Erinnerungen an Prinz Philip

Weggefährten erinnerten in BBC an einen Mann, der sich zu 100 Prozent in den Dienst der Gemeinschaft stellte und sich seinem Land verpflichtet fühlte; privat durch und durch ein Familienmensch war, der leidenschaftlich gerne Kutschen fuhr, grillte, Bäume und Rosen pflanzte und Polo spielte; wissbegierig und humorvoll war und Menschen offen und interessiert begegnete; aus tiefem Pflichtverständnis und unerschütterlichem Glauben im Lauf seines Lebens Hunderte karikative Organisationen und Projekte entweder als Schirmherr oder Mitglied unterstützte.

Geboren wurde der Royal am 10. Juni 1921 als Prinz Philipp von Griechenland und Dänemark auf Korfu. Seine Kindheit wurde von familiären Dramen überschattet. Die Ehe der Eltern war zerrüttet, seine Mutter litt an Schizophrenie, zum Vater hatte er kaum Kontakt.

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Queen in tiefer Trauer

Charles und Anne, die dem Land Rover mit dem Sarg zu Fuß zur St. George’s Kapelle folgten, war die tiefe Trauer am deutlichsten anzumerken. Ihnen folgten die Geschwister Andrew und Edward, Prinz William, Harry und Peter (Sohn von Prinzessin Anne). Die restlichen Mitglieder der Familie hatten entlang der Prozession Aufstellung genommen. Die Queen wurde im Bentley vorgefahren. Trotz Corona-Schutzmaske war nicht zu übersehen, wie sehr sie der Tod ihres Mannes wenige Tage vor ihrem 95. Geburtstag getroffen hatte.

Gebrechlich und gebrochen: Queen Elizabeth II. | Credit: JONATHAN BRADY / AFP / picturedesk.com

Letzte Würdigung

In der St. George’s Kapelle wurde das Leben und Wirken Prinz Philips und seiner Generation im Gedicht „The Patriarchs“ des britischen Autors Simon Armitage, das vom Dekan von Windsor verlesen wurde, gewürdigt. Auf eine Predigt wurde - wie es sich Prinz Philip gewünscht hatte - verzichtet. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von Chorälen.

Ende einer Ära

Für alle, die im Rahmen des Begräbnisses in BBC zu Wort kamen, stand fest: Der Tod von Prinz Philip läutet das Ende einer Ära in der Geschichte der britischen Monarchie ein. Das wurde auch beim Anblick der Queen deutlich, die ohne ihren Ehemann an ihrer Seite verloren und gebrechlich wirkte.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 17.04.2021