Königlich auf vier Pfoten: Die Hunde der Queen

Was Scones ohne Clotted Cream wären, wäre Queen Elizabeth II. ohne ihre Corgis. Denn die Vierbeiner gehören zum englischen Königshaus wie der Big Ben und die Tower Bridge zu London. Mit 18. kam die Queen das erste Mal auf den Hund – sie bekam ihren ersten Welsh Corgi namens Susan geschenkt, der bis heute als ihr Lieblingshund gilt. Nach ihrem Tod wurde Susan sogar auf dem Anwesen des Sandringham-Hauses beerdigt, inklusive Grabstein, der eigens von der Queen entworfen wurde. Über 30 Corgis besaß die Monarchin bis jetzt, die meisten davon stammten aus der eigenen Zucht. 2015 machte Queen Elizabeth II. dann Schluss mit der Zucht, sie wollte nämlich keinen Corgi nach ihrem Tod zurücklassen. 2018 musste sie sich von Willow, ihrem letzten Corgi verabschieden. der Hund musste mit 13. Jahren eingeschläfert werden. Damit ging eine Ära zu Ende, denn zum ersten Mal seit 85 Jahren lebte kein Corgi im Buckingham Palast. Das hat sich in diesem Jahr wieder geändert, denn seit März hat die Queen wieder einen Corgi-Welpen an ihrer Seite. Muick heißt der kleine Hund, der nach einem der Lieblingsorte der Queen benannt ist, nämlich dem Loch Muick am schottischen Anwesen Balmoral. Mit ihm zog noch ein weiterer Welpe ein, nämlich ein Dackel-Corgi-Mix, der auf den Namen Fergus hört. Die Hunde sollten der Queen während dem Krankenhausaufenthalt von Prinz Philip Gesellschaft leisten, nach seinem Tod spenden sie Trost und geben Kraft.

Corgis, Dorgis und Cocker Spaniel

Doch nicht nur Corgis laufen durch die Schlösser der britischen Royals, sondern auch Dorgis (Dackel-Corgi-Mischlinge) und Cocker Spaniel. Die Rasse des Dorgi ist übrigens eine Kreation der Queen und ihrer Schwester Margret: Sie kreuzten Susan mit einem von Margrets Dackeln. Seitdem sind Corgis und Dorgis nicht mehr aus Leben der Queen wegzudenken: Nach dem Tod von Willow lebten noch die Dorgis Vulcan und Candy bei der Queen. Von ersterem musste sie sich 2020 verabschieden. Aber auch Cocker Spaniel genießen ein hohes Ansehen im britischen Königshaus. 

Rosinenbrötchen und Diener

Hund müsste man sein, zumindest der der Queen. Denn die 95-Jährige legt großen Wert darauf, dass es ihren vierbeinigen Freunden gut geht. Die Hunde haben ein eigenes Zimmer und eigene Bedienstete, die sich um sie kümmern. Ein Koch sorgt sich um ihr leibliches Wohl und bereitet ihnen Hasen- wie auch Rindfleisch zu. Zu Weihnachten werden die Hunde mit den lustigen Ohren stets von Her Majesty persönlich beschenkt. Und obwohl die Tierärzte es abraten, verwöhnt die Queen ihre Corgis und Dorgis gerne mit einer besonderen Spezialität: Rosinenbrötchen mit Sahne und Erdbeermarmelade. Ein wahrlich königliches Leckerli. Übrigens: Viele ihrer Hunde sind weit gereist und waren beim ein oder anderen Staatsbesuch dabei. 

Queen Susan

Über die Queen schreib ein Biograph einmal folgendes: "Die Königin mag Hunde, Pferde, Männer und Frauen – in genau dieser Reihenfolge." Dass diesem Zitat eine gewisse Wahrheit innewohnt, zeigt sich am besten am Beispiel ihres Lieblinsghundes. Selbst an ihrem Hochzeitstag wollte die Queen nicht von Susan getrennt sein, also war der Corgi auch bei der Kutschfahrt durch London dabei. Und wurde unter einem Teppich versteckt. Susan sorgte aber auch für einige Skandale: 1954 biss sie beispielsweise den königlichen Uhrenumsteller. 

Die anderen Familienmitglieder und Corgis 

Gehört man zur Familie Windsor, scheint die Liebe zu Tieren, besonders zu Pferden und Hunden, vorprogrammiert zu sein. Selbst die Kinder der Queen, Charles und Anne, hatten ihre eigenen Corgis und bekamen Whisky und Sherry 1955 als Überraschung zu Weihnachten geschenkt. Die Prinzessin der Herzen, Lady Diana, konnte mit den kurzbeinigen Fellnasen eher weniger anfangen – sie bezeichnete Corgis als "wandelnde Teppiche". Die Schwester der Queen, Margret, bevorzugte hingegen schon immer Dackel. Eines ist auf jeden Fall klar: Hunde, egal welcher Rassen, sind ein fixer Bestandteil des britischen Königshauses und werden auch weiterhin Bestand haben. Das zeigt sich bestens bei Prinz William und Kate: Erst im Januar zog ein neuer Cocker Spaniel Welpe beim Paar ein. 

Autor: Cornelia Scheucher, 20.04.2021