Wochenendtrip nach Wien: Die 6 besten Tipps

Diese Stadt birgt eine enorme kulturelle Vielfalt in sich und der Grund dafür liegt in ihrer Geschichte. Wien verfügt über eine äußerst günstige Lage, direkt an der Donau und am Rand der Alpen, sie fungiert noch heute als Verbindung zwischen West- und Osteuropa. Ferdinand I. verlegte im Jahr 1522 seine Residenz nach Wien, er wurde 1531 zum römisch-deutschen König ernannt und ab 1558 durfte er sich sogar "Kaiser des Römischen Reiches" nennen. Natürlich war er auch Erzherzog von Österreich, später auch noch König von Böhmen, Kroatien und Ungarn. Im Poker um die Macht hatte dieser Mann also im 16. Jahrhundert die Nase ganz weit vorn, er machte Wien de facto zur Hauptstadt des römischen Kaiserreichs. Entsprechend flossen hier die Kulturen zusammen, das ist auch heute noch zu spüren. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Zeugnissen historischer Größe, die sich in prächtigem Fassadenschmuck und ehrwürdigen Denkmälern ausdrücken.

1. Stephansdom und Hofburg: Kulturschätze der Wiener Altstadt

Ungefähr 1,8 Millionen Menschen leben in Wien, damit zählt diese Stadt zu den größten Metropolen Europas und bringt ständig neue kulturelle Schätze hervor. Diese gesellen sich zu den historischen Perlen, die Wien auf erstaunlich üppige Weise prägen. Ein Hauch von Mozart und Haydn liegt in der Luft, wenn wir durch die zauberhafte Altstadt flanieren, die natürlich längst dem UNESCO-Weltkulturerbe angehört. Der imposante Stephansdom gesellt sich zu herausragenden Sehenswürdigkeiten, im Texas Hold'em um das schönste Wahrzeichen Europas hat er sicher gute Karten in der Hand. Bei dem alten Stadtzentrum handelt es sich um ein einziges Denkmal, das in seiner Geschlossenheit kaum zu überbieten ist.

2. Barock und Poker: historische Epochen und moderne Lebenslust

Drei verschiedene Epochen zeigen besonders deutlich ihre ausdrucksstarke Formensprache: das Mittelalter, der Barock und die spezifisch-wienerische Ringstraßenära. Während der Dom das Mittelalter vertritt, ist es die berühmte Wiener Hofburg, die als herausragendes architektonisches Werk der Barockzeit gilt. Heute wird das prächtige Gebäude auch als Tagungs- und Veranstaltungsort genutzt. Es bietet nicht nur die passende, exklusive Kulisse für den Juristenball, sondern heißt auch konventionellere Veranstaltungen willkommen, denen jeder beiwohnen kann. Daher scheint es kaum verwunderlich, dass sogar schon Pokerserien an diesem wunderschönen Ort ausgetragen wurden. Die hier abgehaltenen Kartenspiel-Turniere gelten als die prestigeträchtigsten der Welt, die Hofburg wird also auch damit ihrer herausragenden Bedeutung gerecht. In ca. 40 Turnieren pro Veranstaltung kämpften einmal über 3.000 Spieler mit den verschiedensten Taktiken um den heiß begehrten Pokertitel. Darüber hinaus finden innerhalb und außerhalb der historischen Stadtmauern im Jahresverlauf viele weitere Top-Events statt, zum Beispiel der weltbekannte Opernball, der Frühlingsball, das Musik-Festival „Electric Spring“ und das traditionelle Donauinselfest.

Wien bei Nacht | Credit: Pixabay/Mike_68

3. Eventplanung und Prater-Feeling: Wiens verlockende Facetten

Es lohnt sich gewiss, einmal den digitalen Veranstaltungskalender zur Hand zu nehmen, um einen Wochenendausflug nach Wien zu planen. Welches Event klingt besonders verlockend, woran wollten Sie schon immer einmal teilnehmen? Entsprechend sollten Sie Ihre Kurzreise zeitlich planen und, wenn nötig, vorher schon die Eintrittskarten für ihre Herzensveranstaltung reservieren. Denn Wiener Events wirken allgemein sehr anziehend auf Besucher aus aller Welt, sodass die Tickets schnell vergriffen sind. Doch nicht immer steht ein spezieller Termin im Mittelpunkt eines Stadtbesuchs, vielleicht möchten Sie auch einfach nur den Charme des Wiener Praters erleben. Dort kann es ziemlich heiß hergehen, wenn gewünscht – doch neben seiner Adrenalinlastigkeit besitzt der grüne Freizeitpark mitten in der City auch seine ganz beschaulichen Seiten. Schlagen Sie wilde Loopings in einem der etwa 250 Fahrgeschäfte, die jedem, der genügend Mut und eine kleine Gebühr fürs Ticket aufbringt, zur Verfügung stehen. Bedienen Sie einen authentischen Flugsimulator, gruseln Sie sich in der Geisterbahn und ballern Sie in einer Schießbude künstliche Rosen ab. Spätestens nach ein paar Stunden wird es Zeit, sich in den ruhigeren Praterteil zurückzuziehen, um auf der Liegewiese ein Picknick und eine Runde Omaha Hi-Lo zu genießen. Stille Pfade, schattenspendende Bäume und ganz viel Natur tragen dazu bei, seinen Seelenfrieden zu finden.

4. Kaffeehaus und Würstelstand: Kulinarische Leckerbissen

Keine Frage: Wien hat auch seine ganz eigene kulinarische Seite. Auch im Prater verhungert niemand, dort sind jedoch eher ziemlich normale Imbissstände angesagt, neben einem ganzen Haufen gemütlicher Cafés für einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Die typische Wiener Kaffeehauskultur dürfte jedem bekannt sein, der schon einmal einen Blick auf Österreichs Hauptstadt geworfen hat. Sie gehört tatsächlich zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe und hat deshalb auch in unserem kleinen Ausflugsratgeber einen Ehrenplatz verdient. Um ein authentisches Kaffeehaus zu erleben, suchen Sie aber besser nicht den Prater auf, sondern zum Beispiel das ehrwürdige Café am Hof, das Café Central oder das Café Dommayer. Das sind echte Klassiker mit stilvoller Einrichtung und einer unvergleichlichen Atmosphäre, die sich nirgendwo anders auf der Welt finden lässt! In alten Zeiten war es absolut üblich, einen einzigen Kaffee zu bestellen und stundenlang sitzen zu bleiben, um Zeitschriften zu studieren oder ellenlange Gespräche zu führen. Heute noch liegen in den traditionellen Gasthäusern Magazine und Zeitungen aus, die den Gedankenaustausch zwischen den Gästen anregen sollen.

Doch über diese urgemütliche kulturelle Eigenheit sollten wir nicht vergessen, dass es in Wien auch echte Gourmet-Tempel gibt, die im Poker um den höchsten Genuss längst gewonnen haben. Das im Stadtpark angesiedelte Steiereck hat sich den 17. Rang unter den 50 weltbesten Restaurants gesichert, aber auch das Silvio Nickol Gourmet Restaurant kann sehr gut mithalten. Wer es schlichter mag, der begibt sich zum nächsten Würstelstand, denn auch das ist typisch wienerisch – nur sehr viel preisgünstiger.

5. Schloss Schönbrunn: ein Sinnbild österreichischer Geschichte

Als absolutes Must-see gilt das Schloss Schönbrunn, daran kommt kaum ein Tourist vorbei. Schon wieder hat sich die UNESCO eingeschaltet und aus dem prunkvollen Gemäuer ein Weltkulturerbe gemacht! Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde aber im 18. Jahrhundert noch einmal gründlich umgebaut und vergrößert. Heute verfügt der Palast über ganze 1.441 Zimmer und hängt damit jedes andere noch so prächtige österreichische Schloss um Meilen ab. Für alle Sisi-Freunde ist es natürlich wichtig, zu sagen, dass auch die reizende österreichische Königin gemeinsam mit ihrem Mann Franz Joseph I. in diesem geschichtsträchtigen Schloss residierte. Auch Napoleon suchte mehrere Male dieses herrliche Domizil auf, das mit einem 160 Hektar großem Park versehen ist. Der Tierpark Schönbrunn befindet sich innerhalb dieses Anwesens, er gilt heute als ältester noch erhaltender Zoo der Erde. Mehr als 7,5 Millionen Menschen besuchen im Jahr Schloss Schönbrunn und seine herrliche Parkanlage, und es ist sicher ganz und gar keine Schande, einer von ihnen zu sein.

Schloss Schönbrunn | Credit: Pixabay/manekj

6. Buntes Markttreiben und Hotellerie: gut aufgehoben mitten in Wien

Lust auf einen gemütlichen Marktbummel? Auch das ist in Wien möglich, sogar an vielen verschiedenen Orten und unter unterschiedlichen Vorzeichen. Auf den Wiener Märkten dreht sich in der Regel (fast) alles um das Thema "Genuss", und das wird Ihnen als Besucher der Stadt wahrscheinlich ganz recht sein. Der Naschmarkt gehört in dieser Hinsicht sicherlich zu den Hauptattraktionen, denn hier liefern sich die verschiedenen Anbieter eine wahre Pokerschlacht darum, wer die größten Köstlichkeiten aus aller Welt bereithält. Darunter gibt es viel Exotisches und Unbekanntes zu probieren, so wird Wien auch wieder seinem Vielfaltsanspruch gerecht. Rundherum scharen sich natürlich wieder die Gastronomien, teilweise in stillen Gassen versteckt und voller herrlicher Düfte. Doch bevor wir wieder anfangen, vom Essen zu schwärmen, machen wir uns mit unserem prall gefüllten Einkaufskorb wieder auf den Weg zurück ins Hotel. Wahrscheinlich werden Sie, wie viele andere Urlauber auch, Ihr Domizil mitten in der Stadt haben, um auf kurzem Weg alle wichtigen Locations zu erreichen. Wien ist geradezu gespickt von Unterkünften aller Art. Darunter befinden sich echte Luxus-Refugien aber auch nette, kleine Hotels mit günstigen Preisen. Ob Sie nun ein hauseigenes Gourmet-Restaurant und einen beheizten Innenpool wünschen oder einfach nur auf angenehme Weise übernachten möchten: In der österreichischen Hauptstadt gilt das altbekannte "Wer suchet, der findet".

Ein Wochenende – oder darf es etwas mehr sein?

Sie denken: Mit einem Besuch in Wien wird sich bestimmt ein Wochenende füllen lassen? Wir sind derselben Meinung, aber geben Sie acht! Denn im schlimmsten Fall finden Sie einfach zu viele Attraktionen, Must-sees und Events, die sich gar nicht in zwei bis drei Tagen unterbringen lassen. Dann müssen Sie nach hinten oder vorn anbauen, eventuell noch den Montag und Dienstag hinzunehmen oder gleich die ganze Woche. Wir empfehlen: Nehmen Sie sich Zeit, denn Wien ist es ganz sicher wert.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 31.07.2020