Städtetrip im Herbst: Diese Ziele lohnen sich

Prag: Friedhöfe, Absinth & schräge Baby-Statuen

Altstadt samt astronomischer Uhr, Karlsbrücke und Prager Burg sind fixe Sightseeing-Punkte, aber lange nicht alles, was die tschechische Hauptstadt besonders macht. Sehenswert ist der „Alte Jüdische Friedhof“ in Josefov, der mit seinen Gräbern an die Kulisse eines Vampir-Films erinnert. Insbesondere dann, wenn das Herbstlaub auf dem Boden liegt. Aus Platzgründen wurden Verstorbene in bis zu zwölf Schichten übereinander begraben – daher die schiefen Grabsteine. Gutes Bier bekommt man in Prag an jeder Ecke, unweit des Altstadt-Rings findet sich jedoch auch ein skurriler Absinth-Shop, in dem mehr als 100 Sorten angeboten werden. Lustig und (wahrscheinlich) einzigartig ist die „Ampelgasse“: An der engsten Gasse Prags ist tatsächlich eine Ampel angebracht, da zwei Menschen nicht aneinander vorbeikommen würden. Verrückt sind auch die über Prag verteilten Skulpturen von David Černý: überdimensional große Baby-Statuen im Park des Kampa Museums und am Fernsehturm oder urinierende Statuen im Hof des Kafka-Museums. Eine tolle Aussicht genießt man von der Burg, der Dachterrasse des „Tanzenden Hauses“ oder im Letná-Park bei der Kunstinstallation „Metronom“.

Prag in der Herbstsonne | Credit: iStock.com / Maria Korneeva
Alter Jüdischer Friedhof | Credit: iStock.com / JNemchinova
Absinth-Shop | Credit: Simone Reitmeier

Lissabon: Bunte Häuser, hippe Cafès & Europas größtes Meeres-Aquarium

Im Herbst herrschen im portugiesischen Lissabon angenehme Temperaturen für Entdeckungstouren durch die lebendigen Stadtviertel Alfama und Castelo mit engen Gässchen und bunten Häusern. Auf der „Must-see“-Liste sollte außerdem stehen: Torre de Belém, Klosterkirche Mosteiro dos Jerónimos, Elevador de Santa Justa, Denkmal der Entdeckungen und der große Handelsplatz am Tejo-Fluss. Richtig hipp ist das „LX Factory“ in Alcântara: Ein ehemaliges Industriegelände mit Restaurants, Cafés, Street Art und coolen Läden. Angesagt ist zum Beispiel die Dachterrasse der Bar Rio Maravilha oder das Buchgeschäft „Ler Devagar“. Eine traumhafte Aussicht auf die Stadt mit ihren vielen roten Dächern hat man vom Castelo de São Jorge oder vom Aussichtspunkt Santa Luzia. Das Nachtleben und eine leckere Paella genießt man in Bairro Alto. Empfehlenswert ist zudem das Ozeanarium im Park der Nationen, Europas größtes Meerwasser-Aquarium – dort kann man die berühmten Mondfische sehen. Ausflugstipps: Stadt Sintra mit der Maurenburg oder Cascais für einen Strandtag.

Rote Dächer in Lissabon | Credit: iStock.com / Adrian Seliga
Bairro Alto | Credit: iStock.com / Olga_Gavrilova
Das hippe Viertel "LX Factory" | Credit: iStock.com / franz12

Budapest: Ruinen-Pubs, Dracula & Heilbaden

Obwohl der erste Weg in Budapest (Ungarn) sicherlich Richtung Fischerbastei, Burgpalast, Heldenplatz und Parlamentsgebäude führt, geht man anschließend am besten schnurstracks in das jüdische Viertel. Dort wartet das hippe Budapest mit auf seine Gäste: Karavan Streetfood Market, Ruinen-Pubs (Tipp: Szimpla Kert) und beeindruckende Street Art-Kunstwerke. Spannung verspricht das Labyrinth unter der Burgpalast: In den dunkeln Gängen zwölf Meter unter der Erde entdeckt man Statuen, Skulpturen und sogar einen Dracula-Wasserspeier – Vlad Tepes alias „Graf Dracula“ soll hier gefangen gehalten worden sein. Geschichtsinteressierte sind im „Haus des Terrors“ richtig – das Museum widmet sich sowohl den Pfeilkreuzlern als auch dem kommunistischen Regime. Wer Zeit hat, unternimmt eine Fahrt mit der gelben Tram Nr. 2, die das Parlament, die große Markthalle und das Mahnmal („Schuhe am Donauufer“) passiert. Entspannung gibt’s im Széchenyi Heilbad, der Neobarock-Palast mit seinen vielen Pools ist auch optisch ein Blickfang.

Budapest | Credit: iStock.com / Toma Givaga
Ruinen Pub | Credit: iStock.com / Fabiomichelecapelli
Gelbe Tram in Budapest | Credit: iStock.com /xbrchx

Edinburgh: Harry Potter, Highlands & die Welt der Illusionen

Die Erkundungstour durch die schottische Hauptstadt startet mit einem Spaziergang durch die Altstadt: entlang der Royal Mile mit ihren vielen verwinkelten Gassen, vorbei an der St. Giles Cathedrale und weiter zum „Scott Monument“ und den Princess Street Gardens am Fuße des Edinburgh Castle. Die Besichtigung der Festung zahlt sich in jedem Fall aus: die alten Gemäuer und der Ausblick sind grandios. Empfehlenswert ist ein Besuch bei „Camera Obscura & World of Illusions“ am Burghügel – ein Museum, das sich Illusionen und Sinnestäuschungen widmet. Wer Lust auf einen „kuscheligen“ Kaffee oder Tee hat, schaut bei Maison de Moggy vorbei – Schottlands erstes Katzen-Café. Gänsehaut-Feeling garantiert hingegen der Friedhof Greyfriars Kirkyard mit uralten, moosbewachsen Gräbern – dorthin gelangt man z. B. über die bunte Victoria Street. Dort gibt es einen Thomas Riddle-Grabstein, der Harry Potter-Autorin J.K. Rowling zur Romanfigur „Lord Voldemort“ inspiriert haben soll. Am späten Nachmittag lohnt sich der Aufstieg zum Carlton Hill: Super Aussicht und der Sonnenuntergang taucht die Stadt in ein wunderschönes Licht. Tipps für Ausflüge: Rosslyn Chapel, Highlands-Tour und Stirling Castle.

Edinburgh: Blick vom Carlton Hill | Credit: iStock.com / Shaiith
Friedhof Greyfriars Kirkyard | Credit: Simone Reitmeier
Wildromantische Highlands | Credit: iStock /reubenteo

Brüssel: Street Art, Vintage-Flair & Belgisches Bier

Hat man dem Europaviertel und Atomium einen Pflichtbesuch abgestattet, empfiehlt sich ein Spaziergang vom Grand Place über den Kunstberg mit dem König Albert-Denkmal zum Königlichen Palast der belgischen Hauptstadt. In unmittelbare Nähe zum Grand Place befindet sich die wohl berühmteste Statue der Stadt: der „Manneken Pis“, ebenso sein weiblicher Konterpart „Jeanneke Pis“ und der pinkelnde Hund „Zinneke Pis“. Rund um den Palast reihen sich hingegen viele Museen, darunter das sehenswerte Magritte Museum. Etwa 30 Gehminuten entfernt liegt der Jubelpark, beeindruckend sind der Triumphbogen sowie das Armeemuseum mit einer erstaunlichen Sammlung an Flugzeugen. Auf der „Comic Strip Route“ bestaunt man hingegen über 50 riesige Comic-Graffitis, darunter Motive von Tim & Struppi und Lucky Luke. Vintage-Fans kommen im Marollenviertel auf ihr Kosten: Flohmarkt, hippe Kneipen, Antiquitäten- und Trödelläden. Last but not least kostet man sich im Delirium Café oder im Moeder Lambic Original durch belgische Biersorten.

Der Kunstberg in Brüssel | Credit: iStock.com /KavalenkavaVolha
Comic Strip Route | Credit: iStock.com /osefkubes
Manneken Pis | Credit: iStock.com /lovelypeace
Autor: Simone Reitmeier, 07.09.2021