Italien und Kroatien: Hohe Verkehrsstrafen & Corona-Regeln

Unbedingt internationale Grenzübergänge nutzen

Beim ÖAMTC gingen bereits mehrere Berichte über hohe Strafen aufgrund „illegaler“ Auto-Einreisen nach Slowenien ein. Der Grund: Urlaubsrückkehrer, die von Kroatien über Slowenien Richtung Österreich unterwegs waren, nutzten eine Landstraße, um dem Stau auf der Hauptreiseroute zu entgehen und versuchten über die Grenze "Goričak 1" heimzufahren. Die Polizei hielt sie an und konfrontierte sie mit dem Vorwurf eines vorschriftswidrigen Übertritts der Schengen-Außengrenze. Diese Grenze ist nämlich kein internationaler Grenzübergang und darf daher nur von Slowenen genutzt werden, nicht von Urlaubern. Das Strafmaß ist extrem hoch: 400,– bis 1.200,– pro Person im Fahrzeug. Wo sich internationale und somit zulässige Grenzen von Kroatien nach Slowenien befinden, erfährt man hier.

Corona-Regeln für die Einreise

Um als Urlauber problemlos in Kroatien einreisen zu können, muss ab einem Alter von zwölf Jahren ein „Grüner Pass“ (3G-Nachweise), also ein digitales COVID-Zertifikat der EU, am Grenzübergang vorgewiesen werden. Das Außenministerium empfiehlt zudem, dass vor Reiseantritt das Online-Formular „Enter Croatia“ ausgefüllt wird – Pflicht ist das allerdings nicht. Wo sich in Kroatien Testmöglichkeiten vor Ort befinden, erfährt man hier

Für die Einreise nach Italien ist ebenfalls ein „Grüner Pass“ sowie eine verpflichtende elektronische Vorab-Registrierung nötig. Ein Erklär-Video für letzteres gibt es auf der Webseite des ÖAMTC. Gut zu wissen: Minderjährige Kinder können bei erwachsenen Begleitpersonen mitregistriert werden. Einen Überblick über Corona-Testmöglichkeiten in Italien findet man hier.

Alkohol am Steuer

Fahrten mit Promille im Blut werden generell hart bestraft – am besten lässt man ganz die Finger davon. Wer trotzdem ein Gläschen genießen möchte, der sei besonders in Italien auf der Hut. Dort geht man drastisch gegen Alkoholsünder vor: Wird die 0,5 Promillegrenze überschritten, beginnt der Strafrahmen bei über 500,– Euro und reicht mitunter bis zu 2.000,– Euro inklusive Fahrverbot. Nachts zwischen 22.00 und 07.00 Uhr bezahlt man teils sogar um ein Drittel mehr. Bei über 0,8 Promille handelt es sich nach italienischem Recht um eine Straftat, die strenger sanktioniert wird und hat man 1,5 Promille intus, kann das Fahrzeug beschlagnahmt und enteignet werden. Für Führerscheinneulinge gilt in den ersten drei Jahren die 0,0-Grenze.

Ganz so hart sind die Strafen in Kroatien nicht, aber auch hier werden Alkoholwerte zwischen 0,5 und 1 Promille mit bis zu rund 700,– Euro Bußgeld geahndet. Streng sind die Kroaten bei der 0,0-Grenze: Sie gilt ausnahmslos für alle Lenker unter 24 Jahren. Eine generelle 0,0-Promille-Regelung gilt in der Slowakei, Tschechien und Ungarn.

Alkohol am Steuer | Credit: iStock.com/AlexRaths

Tempo-Limits

Auch hier tanzt Italien aus der Reihe und verhängt besonders hohe Geldstrafen. Ist man an der Strada del Sole um 20 km/h zu schnell unterwegs, werden EUR 175,– fällig, bei über 50 km/h mindestens 500,– Euro. Seit 2019 ist zu schnelles Fahren auch in Kroatien richtig teuer, die Strafen für Straßenverkehrsdelikte wurden drastisch erhöht. 135,– Euro ist man bei 20 bis 30 km/h zu viel innerorts los, bei mehr als 50 km/h bis zu 950,– Euro und darüber kann das Bußgeld auf bis zu 2.700,– Euro ansteigen oder sogar eine Freiheitsstrafe von 60 Tagen mit sich bringen. Europaweit die niedrigste Geschwindigkeitstoleranz findet sich übrigens in Norwegen. Dort darf man auf der Autobahn teils nur 90 km/h fahren. Auch in der Schweiz muss man aufpassen, hier sind maximal 120 km/h auf der Schnellstraße erlaubt.

Maut & Vignette

Neben Österreich gilt in weiteren sieben europäischen Ländern eine Vignettenpflicht: Bulgarien, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Fahren Österreicher nach Kroatien in den Urlaub, wählen die meisten die Route über die slowenische Autobahn. Hier gilt zu beachten: Der Rechnungsbeleg muss mitgeführt werden und die Wochen-Vignette ist exakt sieben Tage gültig. Ist man von Samstag bis Samstag unterwegs, müssen daher zwei Vignetten (je EUR 15,–) oder eine Monatsvignette (EUR 30,–) gelöst werden. Und das sollte man auch machen, denn kurz nach dem Grenzübergang Spielfeld und beim Kreisverkehr vor Maribor lauern slowenische Behörden wie Mautsheriffs – ist man ohne Vignette unterwegs, kassieren sie 300,– bis 800,– Euro. Im Vergleich dazu in Österreich ein Schnäppchen: 120,– Euro Strafe für Fahren ohne Vignette.

In anderen Ländern zahlt man mit der Maut für die Straßenbenützung. Grundlage für die Höhe ist die zurückgelegte Strecke. Daher ist es ratsam, Kleingeld in der jeweiligen Landeswährung dabei zu haben, sollte die Bankomat- oder Kreditkarte unter Umständen doch nicht akzeptiert werden.

Vignetten-Pflicht | Credit: iStock.com/Stadtratte

Gelb, blau, weiß: Der Park-Dschungel

Bei den Italienern sieht es folgendermaßen mit der „Parkerei“ aus:

  • Schwarz-gelbe Markierung: absolutes Parkverbot
  • Blaue Linien: gebührenpflichtige Parkplätze
  • Gelbe Linien: reservierte Parkplätze (z.B. Busse, Anrainer, Taxis)
  • Weiße Linien: kostenlose Parkplätze

In Kroatien sind gebührenpflichtige Parkplätze gekennzeichnet, gezahlt wird bar am Automaten oder per SMS. In Zagreb gibt es beispielweise eine rote, gelbe und grüne Zone – die rote ist am teuersten. Sowohl in Italien als auch Kroatien kann Falschparken oder das Nichtlösen eines Parktickets teuer werden – mit 40,– Euro Bußgeld kommt man noch relativ glimpflich davon.

Autor: Simone Reitmeier, 05.07.2021