Nichts geht mehr: Die Geschichte der Casinos

Casinos haben durch die Entwicklung zahlreicher Online-Casinos einen weiten Bekanntheitsgrad erlangt. Allerdings geht die Geschichte des Glücksspiels weit in die Vergangenheit zurück.
Autor: Izabela Lovric, 09.11.2021 um 15:54 Uhr

Heute sind es moderne Einrichtungen wie Paysafecard Casinos, die bequemes Zocken von zu Hause aus ermöglichen. Doch wann fing eigentlich alles an? Wie ist die Welt des Glücksspiels entstanden und was ist der Grund, warum die Faszination über Jahrhunderte angehalten hat und es keinen Hinweis darauf gibt, dass Glücksspiel für die Menschen weniger interessant werden könnte?

Eine lange Reise in die Vergangenheit

Die Welt ist modern und fortschrittlich, ob Fitness per Computer oder zocken per App – beinahe alles scheint möglich. Umso unglaublicher ist die Vorstellung, dass das älteste Brettspiel der Welt schon älter ist als 5.000 Jahre. Senet ist sein Name und es wird vermutet, dass es bereits 3.200 vor Christus ein Teil der Menschen im alten Ägypten war. Erste Kartenspiele tauchten hingegen erst im 14. Jahrhundert in den Ländern Europas auf, in Amerika und Arabien waren sie schon zuvor verbreitet und bekannt. Doch wann begann die Welt des Glücksspiels? Auch hier geht die Reise weit zurück in die Vergangenheit, bis in die Antike. Archäologen stießen hier vor vielen Jahrzehnten auf die ersten Würfel-Modelle, die wohl bereits tausende von Jahren vor Christus hergestellt worden waren. Vermutungen gehen dahin, dass der Würfel eigentlich für magische Riten, aber auch für Hellseherei entwickelt worden war. Später, etwa im 6. Jahrhundert vor Christus, entdeckten die Menschen dann aber das Glücksspiel für sich.

Geldwetten schon vor Christus bekannt

Der Ursprung des Glücksspiels wird im alten Rom vermutet. Dort gab es erstmals Zirkusarenen, in denen sich Menschen bei Brot und Spielen amüsieren konnten. Eines der Angebote bei diesen alten Zirkusveranstaltungen war es, mittels Würfelwetten, um Gold und Silber zu spielen. Bald wurden auch Kartenspiele um Geld bekannter und die früheren Wirtshäuser, zu denen nur die gut betuchten Menschen zutritt hatten, waren schnell als Spielstätte bekannt.

Insbesondere unter der männlichen Bevölkerung entwickelte sich das Glücksspiel rasant und zur damaligen Zeit entstanden bereits die ersten Fälle von Spielsucht. Menschen spielten um ihr letztes Hab und Gut. Schon aus dieser Zeit stammt der Ausspruch „Haus und Hof verspielt“, der aussagen soll, dass ein Spieler nicht nur Geld, sondern seine gesamte Existenz gesetzt hatte. Doch wie kam es vom Glücksspiel im Wirtshaus nun zur Entstehung von Casinos?

Die Entwicklung der klassischen Spielbank

Der Begriff Casino bedeutet eigentlich übersetzt nichts weiter als „kleines Haus“. Dieser Name wurde im alten Venetien erfunden und bezeichnete Häuser, in denen sich der Adel und andere wichtige Personen auf Veranstaltungen vorbereiten konnten. In der gehobenen Gesellschaft gehörten jene Häuser sehr bald zu den favorisierten Treffpunkten, denn hier wurde nicht nur guter Wein getrunken, sondern eben auch das ein oder andere Spiel gewagt.

Das weltweit erste anerkannte Casino öffnete im Jahr 1638 seine Türen in Venedig. Zutritt hatte hier, wie in allen folgenden Casinos, nur die Adelswelt. Es sollte lange dauern, bis die normale Bevölkerungsschicht Zugang zu den Spielstätten bekommen sollte.

Es sollte nicht länger als 20 Jahre dauern, bis bereits rund 100 Spielbanken den Reichen und Schönen der Welt zur Verfügung standen. Zu den legendärsten und ältesten Casinos darf sich auch ein deutsches, bis heute existierendes Etablissement zählen. Das Casino Baden-Baden, in direkter Nähe zur französischen Grenze gelegen, ist bis heute beliebter Besuchsort für deutsche Touristen, aber auch für einheimische Fans von gepflegtem Casinospiel. Heute ist Baden-Baden als UNESCO Welterbe bekannt und daher nicht nur aufgrund seines Casinos ein beliebter Pilgerort für Besucher aus aller Welt.

Von der Spielbank zum Online-Casino

Mitte der 1990-er Jahre wurde der Grundstein für die Entwicklung des Online-Glücksspiels gelegt. Alles begann im Jahr 1994, als die ersten webbasierten Casinos ihre Türen öffneten. Mit den heutigen Angeboten nicht mehr zu vergleichen, weder grafisch noch spielerisch waren annähernd solche Resultate wie heute möglich. Doch die Beliebtheit war bereits damals abzusehen. Während 1996 noch gerade einmal 15 Anbieter weltweit Online-Glücksspiel bereitstellten, waren es ein Jahr später schon mehr als 200 Offerten.

Schon im Jahr 1998 wurde der nächste Meilenstein des virtuellen Glücksspiels gelegt, mit der Eröffnung der ersten Pokerräume im Netz. Damals wurden pro Jahr schätzungsweise 800.000 Euro mit Online-Glücksspiel umgesetzt, heute sind es mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

Mehr Verbindung wurde schließlich 1999 geschaffen, als die ersten Casinos es den Spielern möglich machten, sich mittels Chat miteinander zu unterhalten. Vor allem im Bereich des Pokers war der Multiplayer-Modus sehr begehrt und es kamen Menschen aus allen Herren Ländern zusammen, um gemeinsam zu zocken.

Weitere zwei Jahre später, im Jahr 2001, feierten Online-Casinos ihren siebten Geburtstag und zu diesem Zeitpunkt wurden schon mehr als acht Millionen Spieler auf der ganzen Welt verzeichnet. Die magische Marke der 200 Milliarden Euro Jahresumsatz konnte schließlich im Jahr 2007 geknackt werden und gilt bis heute als Meilenstein.

Warum konnten sich Online-Casinos so schnell etablieren?

Was steckt hinter der Faszination des Online-Gamblings? Wieso sind es gerade Online-Spiele, die so viele Gamer locken, während die klassischen lokalen Spielhallen um ihre Kunden bangen müssen? Es ist vor allem die Flexibilität, die ein Casinoanbieter ihren Kunden bieten. Unabhängig von Öffnungszeiten, Kleiderordnung und sonstigen Gepflogenheiten steht es den Gamblern frei, sich von überall auf der Welt ins Casino einzuwählen und die Lieblingsspiele zu zocken.

Dabei wird nicht darauf geachtet, ob der Spieler zur gehobenen Gesellschaft zählt. Online-Casinos offerieren ihr Angebot an alle Menschen ab 18 und sprechen weltweit über den Globus verteilt Interessenten an. Es kommt hinzu, dass auf den Servern schier endlos Platz zur Verfügung steht. Ein Online-Casino ist niemals überfüllt und es braucht weder Wartezeit noch eine Tischreservierung, um beim Roulette, beim Poker, bei Blackjack oder Baccara den eigenen Spieltrieb zu gefährden.

Dank immer weiter entwickelter Technologien dürfen sich Online-Casinos nicht nur als extrem sicher, sondern auch als wandelbar und vielfältig darstellen, wozu auch die Politik ihren Beitrag geleistet hat. Bei Milliarden Spielern weltweit ist es genau diese Flexibilität, die die Beliebtheit dieses Glücksspielmodells erklärt. Individuelle Vorlieben zu berücksichtigen, gleichzeitig als Ansprechpartner zurzeit zu stehen und Regularien wie Öffnungszeiten, Krawattenpflicht und Verzehrminimum in den Hintergrund zu rücken ist das Geheimrezept der Online-Casinos, die als ernstzunehmende Konkurrenz für alle stationären Spielhallen zu sehen sind.