Kredit beantragen: Die wichtigsten Check-Fragen

Wie hoch darf die Kreditsumme sein?

Wie viel Geld Kunden bekommen, wenn sie ein Darlehen beantragen wollen, hängt nicht in erster Linie von der Größe ihrer Wünsche ab oder dem aktuellen Geldbedarf. Egal ob Eigenheimfinanzierung oder Finanzierung von Konsumgütern, wie Fernseher, Möbel oder Auto, die Banken bewerten die Machbarkeit eines solchen Vorhabens, wenn der Kunde das Gewünschte nicht bar bezahlen kann. Den Banken geht es dabei natürlich nicht um Schikane. Vielmehr geht es darum, den Kredit so zu gestalten, dass sich der Antragsteller am Ende die monatlichen Raten auch wirklich leisten und den Kredit zu den vorgegebenen Konditionen zurückzahlen kann.

Die mögliche monatliche Rate

Die Kreditsumme ist in erster Linie abhängig vom frei verfügbaren Einkommen. Grund dafür: In der Regel gibt es beim Ratenkredit keine zusätzlichen Sicherheiten, wie das beispielsweise bei einem Immobiliendarlehen der Fall ist. Das frei verfügbare Einkommen kann jeder selbst ermitteln. Dazu macht der Verbraucher einfach eine Gegenüberstellung seiner Einnahmen und Ausgaben über die letzten mindestens drei Monate. Der Saldo am Ende zeigt, wie viel Geld am Monatsende noch übrig bleibt und dann für eine Finanzierung zur Verfügung steht. Einfacher geht das mit einem sogenannten Haushaltsrechner, wie sie auf vielen Internetseiten beispielsweise von Schuldenberatungen angeboten werden. Dort gibt es auch sehr ausführliche Aufstellungen von möglichen Kosten und Einnahmen, damit am Ende die Berechnung auch vollständig ist und nichts übersehen wird. Einnahmen sind Nettoeinkommen, Kindergeld, etwaige Mieteinnahmen, Zinseinkünfte oder Einkünfte aus einem Nebenjob. Zu den Ausgaben zählen Hypothek oder Miete, Nebenkosten, Ratenzahlungsverpflichtungen, Unterhaltszahlungen und die Lebenshaltungskosten. Bei vielen Banken spielen die tatsächlichen Kosten allerdings keine so große Rolle. Sie legen eine sogenannte Haushaltspauschale zugrunde, die sich an den im Haushalt lebenden Personen orientiert.

Planung der Finanzierung | Credit: Free-Photos/Pixabay

Wie viel Ratenkredit ist damit möglich?

Wenn der Haushaltsrechner das frei verfügbare Einkommen berechnet hat, ist es leicht, mithilfe eines Kreditrechners den maximal möglichen Kreditbetrag auszurechnen. Die Ratenhöhe hängt nicht nur mit der Kredithöhe zusammen, sondern auch mit den Zinsen, den sonstigen Kosten und der gewünschten Laufzeit. Je länger die Laufzeit ist, umso geringer sind am Ende die monatlichen Raten.

Wie sich die Monatsrate zusammensetzt

Bei einem Kredit, egal ob Baudarlehen, Autofinanzierung oder Ratenkredit, setzt sich die monatliche Rate immer aus zwei Bestandteilen zusammen. Die Rate hat einen Zins- und einen Tilgungsanteil. Das kreditgebende Geldinstitut vergibt keine Darlehen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Die Gegenleistung verlangt die Bank von ihren Kunden in Form von Zinsen. Der Kreditnehmer zahlt am Ende mehr Geld zurück als er bekommen hat. Zu den Zinsen kommen häufig noch Kosten und Gebühren. Tilgung ist die Begleichung der eigentlichen Schuld, also des Geldes, das die Bank zur Verfügung gestellt hat. Der Tilgungsanteil bezieht sich also auf die Rückzahlung des eigentlichen Kreditbetrags.

Zinsen bonitätsabhängig

Bei den meisten Anbietern sind die Zinsen für einen Kredit abhängig von der Bonität des Antragstellers. Je besser die Auskunft des Kreditschutzverbandes und damit die Bonität, umso günstiger wird am Ende der Kredit.

Welche Voraussetzungen zu erfüllen sind

Normalerweise durchlaufen Kreditanträge einen digitalen Prozess, um die Machbarkeit und die Bonität zu prüfen. Aufwendige Prüfungen von gestellten Sicherheiten finden in der Regel nicht statt. Die Kreditbesicherung erfolgt über die Gehaltsabtretung. Um einen Kredit zu bekommen, setzen die meisten Anbieter ein unbefristetes Arbeitsverhältnis voraus, die Probezeit muss dabei schon abgeschlossen sein. Bei einer Darlehnssumme von mehr als 50.000 Euro muss der Kredit anderweitig besichert werden, meist mit einer Immobilie. Kredite für Konsumgüter haben sehr kurze Laufzeiten von einem bis sieben Jahren. Dann ist das Darlehn komplett getilgt. Nur wenige Anbieter bieten die Möglichkeit einer Laufzeit von zehn Jahren. Ein hoher Kreditbetrag hätte dann eine hohe monatliche Belastung zur Folge.

Längere Laufzeit – bessere Wahl

Bei der Berechnung der Kredithöhe spielt die mögliche monatliche Belastung eine wesentliche Rolle. Dabei ist zu bedenken, dass die Kreditrate den Kreditnehmer nicht von vornherein überfordern sollte. Denn der Kredit ist auch dann zurückzuzahlen, wenn es finanziell enger wird, beispielsweise durch Krankheit oder Berufsunfähigkeit infolge eines Unfalls. Ein häufiger Grund, wenn Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr zahlen können, ist die Trennung vom Partner. Denn in dieser Situation verringert sich das Haushaltseinkommen auf einen Schlag erheblich. Was viele vergessen: Im Haushalt kommt es immer wieder vor, dass dringend etwas zu ersetzen ist, weil es kaputt gegangen ist. Auch für Restaurantbesuche oder einen Urlaub sollte eine kleine Reserve bleiben.

Leere Geldtasche | Credit: Chronomarchie/Pixabay
Autor: Ute Daniela Rossbacher , 19.08.2020