Geistig fit durch den Winter: Wie Spielen das Gehirn fördert und fordert

In modernen Gesellschaften scheint das Leben oft nur aus Fleiß und Disziplin zu bestehen: Vierzig Stunden oder mehr Arbeit pro Woche, Haushalt und andere Verpflichtungen halten die Menschen auf Trab. Und oft wird auch die Freizeit zur Anstrengung. Doch das muss nicht so sein.

Spielen fördert und fordert

Denn eine gute Möglichkeit, um nicht nur zu entspannen, sondern sich gleichzeitig kognitiv gesund zu halten, ist das Spielen. So zeigen Studien immer wieder, dass Spielen den Kopf fit hält, das logische Denken fördert und sogar Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen kann. Denn das Gehirn ist wie ein Muskel: Nur wenn es trainiert wird, bleibt es gesund und stark. Dabei steht aktuell Winterfreunden eine breite Palette an Spielen zur Verfügung, sowohl alleine als auch gemeinsam mit anderen Personen.

Klassiker fürs Gehirntraining sind zum Beispiel Schach und das japanische Pendant Go: Während Schach den meisten Europäern bekannt ist, hat Go (was übersetzt „Umzingelungsspiel“ bedeutet) erst in den vergangenen Jahren in westlichen Regionen an Beliebtheit gewonnen: Bei Go setzen die Spieler abwechselnd einen eigenen Stein auf die Schnittpunkte der Spiellinien des Bretts; Steine können geschlagen werden, indem man sie einschließt. Gewonnen hat der Spieler, der am Ende die größte Fläche kontrolliert. Da Go, ebenso wie Schach, auf ein Glückselement verzichtet, trainiert dieses Spiel das logische Denken sehr gut.

Ähnlich sieht es bei Kartenspielen wie Poker, Blackjack und Baccarat aus. Diese weisen zwar viele Glückselemente auf, kombinieren diese aber mit einer großen Menge an Strategie: Bei einer aus fünf Karten bestehenden Pokerhand gibt es zum Beispiel über 2,59 Millionen mögliche Kombinationen, deren Wahrscheinlichkeit ein guter Pokerspieler erahnen können muss - hier wird das schnelle Denken maximal geschult! Ein weiterer Vorteil von Kartenspielen ist, dass sie inzwischen zu jeder Zeit über das Internet gespielt werden können. Besonders effektiv sind Spielarten wie Videopoker, bei denen (aufgrund der Tatsache, dass das Gesicht des Gegenübers zu sehen ist) zudem die sozialen Fähigkeiten geschult werden; immerhin müssen Pokerspieler die Mimik des Gegners lesen können. Dank schnellen Wechseln zwischen Spielern, der Möglichkeit von überall aus und jederzeit zu spielen, sowie den Interaktionen mit anderen Teilnehmern in Live Spielen, sind Online Poker und Blackjack prädestiniert für das Training der geistigen Fähigkeiten.

Freunde beim Videospielen | Credit: Pexels/Jeshoots.com

Computerspiele und mehr

Videospiele wiederum sind deutlich besser als ihr Ruf: Laut Daten von Statista gab es im Jahr 2020 allein in Deutschland mehr als 34 Millionen Gamer - und diese tun, das richtige Genre vorausgesetzt, auch noch etwas Gutes für ihre geistige Gesundheit! Und ähnlich sieht es sicherlich auch für Österreicher aus. Denn, so zeigen Untersuchungen immer wieder, dass Videospiele die Zahl der Verknüpfungen im Gehirn erhöhen und dieses wachsen lassen.

Besonders gut geeignet sind Strategiespiele, Online-Spiele gegen menschliche Spieler und solche Games, bei denen es auf Kommunikation ankommt. Ein gutes Beispiel wäre der aktuelle Indie Hit „Among Us“, bei dem die Teilnehmer einen Betrüger in den eigenen Reihen identifizieren müssen - und das, indem sie miteinander sprechen.

Und zuletzt gibt es auch für ganz klassische Naturen Gesellschaftsspiele wie Carcassonne, Dominion, Monopoly oder Risiko: Hier wählen die Spieler nicht nur klug ihre Taktik, sondern sitzen auch mit den Gegenspielern direkt am Tisch und tauschen sich über jeden Spielzug aus. Dieser soziale Aspekt verstärkt die Lernwirkung noch einmal. Denn es zeigt sich immer wieder, dass Menschen eben doch soziale Tiere sind: Direkte Kommunikation fördert die Aufmerksamkeit und sorgt dafür, dass wir mehr vom Gelernten behalten.

Fazit

Nur im Spiel findet der Mensch wirklich zu sich selbst - und was gibt es besseres als Spaß unter Freunden, um nach der Arbeit oder am Wochenende einmal so richtig zu entspannen? Doch Spielen kann mehr als nur Spaß bereiten: Es fördert auch den sozialen Zusammenhalt, lenkt von negativen Gedanken ab und trainiert das Gehirn.

Autor: Weekend Online, 15.12.2020