Wer lebt länger: Kurz- oder Langschläfer?

US-amerikanische und chinesische Wissenschaftler untersuchten den Schlaf von 500.000 Menschen zwischen 38 und 73 Jahren und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Nature Aging“: Sieben Stunden Nachtruhe sind optimal für diese Altersgruppe. Schlummert man regelmäßig wesentlich mehr oder weniger, leiden psychische Gesundheit und geistige Leistungsfähigkeit darunter.

Weniger Leistung, Depression & Angst

Konkret heißt das: Wer zu viel oder zu wenig schläft, ist langsamer, schlechter bei Problemlösungen sowie eher depressiv und ängstlich. Die Forscher vermuten, dass eine Störung des Tiefschlafes der Grund dafür ist. Dabei häufen sich angeblich die Beta-Amyloid-Moleküle (Proteinablagerungen), die in Alzheimer-Gehirnen in großen Mengen zu finden sind.

Morgenstund hat Gold im Mund - oder? | Credit: iStock.com/oatawa

Wie so oft gewinnt das Mittelmaß

Wer lebt nun aber länger, ein Kurz- oder ein Langschläfer? Schenkt man dieser und anderen Untersuchungen Glauben, weder der eine noch der andere. Denn sowohl jene Menschen, die sehr lange schlafen (mehr als 9 Stunden), als auch jene, die extrem wenig schlafen (unter 6 Stunden), sind von kognitivem Verfall betroffen. Das zeigen unter anderem die Ergebnisse einer Studie der Washington University of Medicine oder Harvard University.

So findet man den “Sweet Spot“

Wichtig ist, dass jeder seinen beziehungsweise ihren sogenannten „Sweet Spot“ findet, also die ideale und besonders effektive Schlafdauer für den eigenen Körper. Das gelingt, indem man beobachtet, wie man sich nach einer bestimmten Schlafdauer fühlt. Ist das Wohlbefinden am Morgen nicht optimal, kommt man nicht in die Gänge und fühlt man sich auch untertags nicht ausgeruht, sollte man es mit einer Stunde mehr oder weniger Schlaf versuchen. Der „Sweet Spot“ funktioniert man besten, wenn fixe Zubettgeh- und Aufstehzeiten eingehalten werden.

Tipps für einen erholsamen Schlaf gibt’s hier.

Autor: Simone Reitmeier, 10.05.2022