Warum sind Chanel Taschen plötzlich so teuer?

Wer noch vor den Preiserhöhungen eine Chanel-Tasche ergattert hat, kann sich glücklich schätzen. Denn die Preise sind enorm gestiegen. In den letzten Jahren gab es drei Preiserhöhungen: 2020 wurden die Taschen um 12 Prozent teurer, im Jänner 2021 gab es eine Erhöhung um 7 Prozent und im Juli und November 2021 stiegen die Preise gleich zweimal um je 15 Prozent. 

Der Nachfrage tut das keinen Abbruch

Wer also heute eine klassische Chanel-Handtasche kaufen will, muss um etwa 60 Prozent mehr dafür zahlen als noch im November 2019. Die große Version der klassischen Chanel-Handtasche kostete im im vergangenen Jahr rund 6.550 Euro, heute rund 8.600 Euro.

Je knapper, desto begehrenswerter

Doch was will Chanel damit bezwecken außer natürlich mehr Geld verdienen? Das Label will sich ganz einfach noch exklusiver aufstellen. Die Anzahl der Handtaschen, die verkauft werden, soll abnehmen. Pro Kundschaft gibt es in den Boutiquen jetzt Beschränkungen. Die Idee dahinter: Je knapper das Produkt wird, desto begehrenswerter ist es.

Kein Online-Shop für Taschen

Auch das Onlineangebot von Chanel soll exklusiv bleiben. Beauty-Produkte, Brillen und Parfüms gibt es online zu kaufen, Kleidung und Handtaschen nur in den Geschäften. Chanel sei nervös wegen der Allgegenwart seiner Produkte, sagt ein Brancheninsider. Das Unternehmen wolle nicht, „dass jeder die gleiche Handtasche trägt, denn das entwertet die Handtasche selbst“. Zudem kämpft das Unternehmen mit wesentlich stärkeren Umsatzrückgängen als zum Beispiel das Luxuslabel Hermès.

Chanel will auf das Niveau von Hermès

Brancheninsider vermuten, dass Chanel seine Produkte exklusiver machen möchte, um sich gegenüber Hermes mit seinen edlen Birkin- und Kelly-Taschen aufzuschließen. Diese gelten schon seit jeher als exklusivste Taschen der Welt - in den Läden gibt es Wartelisten, wer eine bekommt, gehört zu einem exklusiven Kreis an potenten Stammkunden. Damit will sich Chanel auch von Labels wie Louis Vuitton und Gucci unterscheiden, die eher in die breitere Richtung gehen und ihre Produkte auch online verkaufen. 

 

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Autor: Brigitte Biedermann, 07.03.2022