Wandern mit Hund: 5 Tipps für den trendigen Outdoorspaß

1. Tourenplanung an den Hund anpassen

Bevor es mit dem Hund (ab etwa einem Alter von einem Jahr) zum Bergwandern geht, sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Probleme mit Hund auf Tour entstehen können. Dazu gehört zum Beispiel die Absturzgefahr in abschüssigem Gelände. Manche Hunde haben keine Angst vor der Tiefe und sind hier gefährdet. Häufig gibt es auf Wanderwegen Brücken oder Leitern aus Gitterrosten, die überquert werden müssen. Manche Hunde verweigern das, weil das Betreten für sie ungewohnt ist und sie auch mit dem „Durchblick“ Probleme haben. In den Boden eingelassene Viehroste können für Hundepfoten gefährlich sein. In steileren Passagen können Trittstifte oder Trittbügel dem Menschen helfen, der Hund kommt aber damit nicht weiter. Und zu guter Letzt: Hunde können auch mental scheitern und blockieren – deshalb sollte man seinen Hund gut kennen und einschätzen können, was man ihm zutrauen kann. Wer noch nicht weiß, wie sein Vierbeiner tickt, sollte zeitlich immer einen Puffer einplanen, falls die Tour aus oben genannten Gründen abgebrochen und zurückgelaufen werden muss.

2. Erste-Hilfe Paket aufrüsten

Wer mit seinem treuen vierbeinigen Begleiter auf Wandertour geht, sollte sein Erste-Hilfe-Set an den Hund anpassen. Dazu gehört unter anderem mehr Desinfektionsmittel und Mullbinden mitzunehmen, dazu spezielle Watte, selbsthaftende Binden und Tape für einen Pfotenverband und Booties für verletzte Pfoten. Praktisch ist auch eine spezielle Rettungsdecke für Hunde, mit der man einen schwer verletzten Vierbeiner im Notfall zu zweit tragen kann.

3. Ausrüstung checken

Zum Wandern ist ein gut sitzendes Brustgeschirr für den Hund empfehlenswert. Am Halsband könnte sich der Hund bei einem Absturz strangulieren. Zur normalen Leine packt man am besten eine Ersatzleine ein. Hunde können nicht richtig schwitzen, sondern ihren Temperaturhaushalt nur durch Hecheln ausgleichen und überhitzen so schneller als Menschen. Also sollte immer (!) ausreichend Wasser für den Hund dabei sein und bei den Pausen an genügend Schatten gedacht werden.

Wandern mit Hund | Credit: iStock.com/Kerkez

4. Kondition und Trittsicherheit trainieren

Trotz seiner vier Beine ist nicht jeder Hund von Haus aus ein Wanderhund - auch er muss Kondition und Trittsicherheit trainieren. Hunde können auch einen Muskelkater bekommen. Am besten steigert man deshalb die Kondition langsam mit längeren Spaziergängen oder Laufeinheiten. Trittsicherheit übt man auf unterschiedlichen Untergründen im Wald oder auf Kiesflächen – besonders mit Vierbeinern, die aus der Stadt kommen und normalerweise auf Asphalt laufen. Quer liegende Äste oder Balanceübungen auf Baumstämmen sind auch ein gutes Training. Bewährt hat sich auch, den Grundgehorsam vor den ersten Touren zu festigen.

5. Herden auf Almweiden großräumig umgehen

In den vergangenen Jahren gab es viele tragische Unfälle mit Wanderern, die mit Hund Almweiden überquert haben. Um das zu vermeiden, sollte der Vierbeiner der Herde nie zu nahe kommen oder diese jagen  – egal ob es Rinder, Pferde oder Schafe sind. Denn der Hund erfüllt das „Schema” eines potenziellen Feindes, insbesondere der Jungtiere, und wird aus diesen Gründen von Muttertieren angegriffen. Am besten umgeht man Viehherden großräumig, auch wenn man dabei einen Umweg, am Waldrand entlang, gehen muss. In der Gruppe nimmt man die Lakritznase am besten zwischen die Menschenbeine, denn Kühe sehen schlecht und erkennen eventuell im Hund so gar keine Gefahr, weil sie seinen Umriss nicht sehen. Ihren Hund sollten Sie in der Nähe von Weidevieh nur dann ableinen, wenn abzusehen ist, dass ein Rind angreifen will.

Autor: Andrea Obele, 11.05.2021