Alles, was man über Roulette wissen sollte

Dass der Spieltrieb angeboren ist, lässt sich am besten bei Kleinkindern beobachten! Aber nicht nur ihnen hilft Spielen, diverse Fähigkeiten und die Kreativität zu entwickeln. Davon abgesehen macht es Spaß, sich mit anderen zu messen. Das können Familie und Freunde sein, rein virtuelle Gegner oder eine Maschine. Allein rund 32 Prozent der Online-Spieler in der Schweiz verbringen täglich bis zu einer halben Stunde mit Spielen, nahezu drei Prozent spielen sogar mehr als vier Stunden. Und das ist kein Wunder, denn es entspannt, kann Alltagsfrust abbauen und Langeweile vertreiben.

Die Wette auf Zahlen und Farben

Immer die neuesten Spiele findet man in Online-Casinos. Hier gibt es aber auch den Klassiker unter den Glücksspielen: Roulette. Die Wette auf Zahlen und Farben ist das weltweit bekannteste Glücksspiel, das  auf eine lange Tradition zurückblickt. Wann genau das Spiel erfunden wurde, ist nicht klar. Im Laufe des 18. Jahrhunderts hielten Zahlentableau und Roulette-Kessel aber Einzug in Frankreich. Napoleon Bonaparte erlaubte das Glücksspiel in einigen Pariser Spielhäusern. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in immer mehr Spielbanken Roulette angeboten, sein Siegeszug war nicht mehr aufzuhalten.

Heute wird Roulette auf der ganzen Welt gespielt. Im traditionellen Roulette-Kessel sind 37 Kammern und ein kleines Schwungrad angebracht, nachdem das Spiel benannt ist. Roulette kommt aus dem Französischen und bedeutet „kleines Rad“. Die abwechselnd roten oder schwarzen Kammern oder Fächer am Boden des Kessels enthalten die Zahlen von 1 bis 36 sowie eine Null auf grünem Grund. Der Croupier dreht das Rad und wirft die Kugel in den rotierenden Kessel. Die Kugel kreist unter dem oberen Rand des Kessels, bis die Geschwindigkeit nachlässt. Acht bis zehn rautenförmige Rhomben lenken die Kugel auf ihrem Weg nach unten ab, so dass nicht vorhersehbar ist, in welches der Zahlenfächer sie schließlich fällt. Die Spieler versuchen, das Zahlenfeld zu erraten und platzieren ihre Jetons auf einem Tableau, das neben den Zahlen von 1 bis 36 auch ein Feld für die Null sowie weitere Spielfelder enthält für die Wette auf eine gerade oder ungerade oder auf eine rote oder schwarze Zahl. In amerikanischen Spielen kommt eine weitere Null hinzu.

Es gibt kein sicheres System

Beim Roulette müssen also Vorhersagen getroffen werden, auf welcher Zahl die Kugel landet. Kein Wunder, dass sich unzählige Spieler schon mit vermeintlich todsicheren Systemen mathematischer Berechnungen an den Roulette-Tisch gesetzt haben. Und hin und wieder hört man auch von spektakulären Gewinnen, wie dem von Charles Wells, der die Spielbank von Monte Carlo Ende des 19. Jahrhunderts um ihr gesamtes Geld brachte. Auch sensationelle Betrugsgeschichten machten Schlagzeilen, wie die von den Roselli-Brüdern, die sich insgesamt rund 40 Millionen US-Dollar in Casinos ergaunerten.

Roulette ist ein Glücksspiel wie so viele andere auch. Es gibt keine Garantie auf einen Gewinn und so mancher Spieler hat sein gesamtes Vermögen im Casino gelassen. Auch wenn es so weit im Alltag eher nicht kommt, wer zu viel Zeit beim Spielen verbringt, riskiert vielleicht seine Ehe. Spielsucht ist inzwischen ein häufiger Scheidungsgrund.

Autor: Weekend Online, 02.03.2021