Herzinfarkt: (K)eine klassische Männerkrankheit?

Herz-Kreislauferkrankungen sind keineswegs rein „männlich“, auch Frauen sind davon betroffen.
Autor: APA Chronik, 27.10.2022 um 11:10 Uhr

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden laut Sozialministerium bei 47 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer als Todesursache angegeben. Dennoch gilt etwa der Herzinfarkt immer noch als "klassische Männerkrankheit". Frauen unterschätzen deswegen ihr Risiko und erkennen Symptome zu spät, warnt das Rote Kreuz.

Frauen zeigen andere Symptome als Männer

Drückende Schmerzen im Brustbereich, die auch in die Arme ausstrahlen können sowie Atemnot und Kaltschweißigkeit gehören zu den bekannten Symptomen – bei Männern. Betroffene klagen außerdem oft über ein Engegefühl in der Brust, Übelkeit und Angstgefühle. Die Symptome können ganz plötzlich auftreten oder sich langsam entwickeln. "Bei Frauen können die Symptome hingegen anders aussehen und werden daher oftmals gar nicht erst als solche erkannt", erläutert Katharina Pils, Chefärztin beim Österreichischen Roten Kreuz. Frauen haben häufig weniger heftige und nicht so eindeutige Symptome wie Männer. Sie berichten laut Pils öfter über ausstrahlende Schmerzen im Rücken, Hals, Nacken, Kiefer und Oberbauch, aber auch über Übelkeit und Erbrechen, fühlen sich meistens schwach und leiden unter Kurzatmigkeit.

Defibrillator-Einsatz | Credit: Uta Konopka / Westend61 / picturedesk.com

Schlechtere Chancen auf Genesung

Oft werden solche Beschwerden zunächst ignoriert, der Notruf gar nicht oder zu spät gewählt. "Frauen erleiden im Vergleich zu Männern oftmals erst im höheren Alter einen Herzinfarkt, nämlich etwa zehn Jahre nach den Wechseljahren. Studien zufolge sind ihre Chancen auf Genesung schlechter als bei Männern", so die Medizinerin. Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollte sofort der Notruf 144 gewählt werden, jede Minute entscheide über Leben und Tod. 

Defibrillator kann Leben retten

Die oder der Betroffene sollte sich auf den Boden setzen, mit den Armen abstützen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht mehr aufstehen. Wichtig ist, die Patientin zu beruhigen und beengende Kleidung zu öffnen. Verliert die Person das Bewusstsein und ist keine normale Atmung feststellbar, muss sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Steht ein Defibrillator zur Verfügung, sollte er zusätzlich eingesetzt werden. Wird ein Mensch innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten nach einem Atem-Kreislauf-Stillstand defibrilliert, liegt die Überlebenschance bei 50 bis 70 Prozent.

Im Video: Wiederbelebung Schritt für Schritt