Schweizer Privathaushalte verschuldet

Zahl der verschuldeten Schweizer Privathaushalte steigt

Besonders beliebt sind die Konsumkredite, die online über die Finanzunternehmen angeboten werden. Doch gerade hier ist das Risiko, in die Schuldenfalle zu rutschen, hoch.

Online-Kredite machen Beantragung besonders leicht

War früher für die Inanspruchnahme eines Kredits stets der Weg zur Bank erforderlich und setzte häufig mehrere Termine voraus, können die Konsumkredite mittlerweile bequem zuhause über die Onlineangebote beantragt werden. Viele Angaben sind nicht erforderlich. So wünschen sich die Banken Informationen zur Adresse, dem Alter, Arbeitgeber und dem Zivilstand. Auch die Anzahl der Kinder spielt bei den meisten Anträgen eine wichtige Rolle.

Die Dauer der Kreditbearbeitung von Seiten der Banken ist kurz. In der Regel dauert es gerade einmal wenige Stunden, bis die Finanzunternehmen einem Kredit zustimmen oder diesen ablehnen. Für ein endgültiges Okay müssen bei den Finanzunternehmen lediglich die Identitätskarte sowie der Gehaltsauszug nachgereicht werden.

Immer mehr Kreditarten online verfügbar

Das Angebot an Onlinekrediten ist groß, zumal immer mehr Kreditarten dazukommen. So gibt es beispielsweise von einem Züricher Finanzunternehmen aktuell einen Privatkredit, mit dem eine Darlehenssumme von bis zu 250.000 CHF möglich ist. Trotz der hohen Darlehenssumme gehen Bearbeitung und Handhabung sehr flott. Nachdem sich die Bank für die Aushändigung entschieden hat, muss eine Wartefrist von 14 Tagen vergehen. Danach wird dem Konto die gewünschte Kreditsumme gut geschrieben. Die Überweisung erfolgt sehr diskret, ohne dass der Kunde jemals bei der Bank war.

Im Jahr 2018 ist die Menge der Kredite, die in der Schweiz an Privathaushalte ausgegeben wurden, noch einmal gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent gestiegen. Die Summe der insgesamt ausstehenden Konsumkredite lag bei über 7,6 Milliarden CHF.

Markt geriet nach Finanzkrise unter Druck

Das jüngste Wachstum der Konsumkredite gleicht bislang die Rückgänge aus, die der Markt nach der Finanzkrise hinnehmen musste. So ist die Zahl der Konsumkredite nach der Finanzkrise stark gesunken. Insgesamt lag der Rückgang bei rund 33 Prozent. Grund war die Angst der Schweizer Verbraucher vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage im Land. Daraufhin ging das Interesse an Konsumkrediten deutlich zurück.

Mitte 2016 entschloss sich der Schweizer Bundesrat dazu, den Höchstzins der Konsumkredite zu senken. Lag dieser zunächst bei 15 Prozent fiel er mit der Entscheidung des Bundesrates auf 10 Prozent. Durch den Beschluss mussten zahlreiche Banken ihre eigenen Konsumkredite neu bewerten. Die Neubewertung ging keineswegs spurlos an den Banken vorbei. So mussten viele Unternehmen Angestellte abbauen. Teilweise drohte den Kreditanbietern des Landes sogar die Schließung.

Durch das niedrige Zinsumfeld können immer mehr attraktive Kreditangebote in Anspruch genommen werden. Viele Schweizer Haushalte entscheiden sich aufgrund der günstigen Konditionen dazu höhere Kreditsummen und längere Laufzeiten zu nutzen.

Autor: Izabela Lovric , 18.12.2019