Moderne Klassiker: AEC feiert 35 Jahre Teletext

Als der Teletext am 21. Jänner 1980 startete, konnten ihn gerade einmal 500 teletextfähige TV-Geräte in ganz Österreich empfangen. Die Informationen umfassten 64 Seiten und wurde von von 8:30 Uhr bis TV-Sendeschluss ausgestrahlt, was aus heutiger Sicht bescheiden anmutet. Die Empfänger mussten ausserdem tief in die Tasche greifen, ein Teletext-Decoder kostete damals bis zu 8.000 Schilling. 35 Jahre später ist der ORF-Teletext erwachsen geworden und steht in fast allen heimischen Haushalten zur Verfügung. Mehr als 1.400 Seiten informieren per Tastendruck auf der Fernbedienung über Wetter, aktuelle Nachrichten, das Fernsehprogramm usw.

Vom Experiment zum Klassiker

„Der ORF Teletext kam gleich zu Beginn beim Publikum an und daran hat sich auch im digitalen Medienzeitalter nichts geändert, wie das Ars Electronica Center in seiner Ausstellung zum 35-Jahr-Jubiläum des Mediums eindrucksvoll vermittelt", stellt ORF-Hörfunkdirektor Karl Amon fest. Den Sprung in die digitale Ära hat der Teletext unbeschadet überstanden. Er versteht sich als Ergänzung zur ORF-Homepage und zur TVthek, und sieht in Apps und neuen Projekten wie ‚FLIMMIT‘ keine Konkurrenz. Ganz im Gegenteil, der Teletext kann sich auf das Wesentliche konzentrieren, was in der Nachrichtenflut im Informationszeitalter als angenehme Alternative wahrgenommen wird. So lobt ORF Online und Teletext Geschäftsführer Karl Pachner: „Der ORF Teletext bietet die schnellste Nachrichten- und Wetterübersicht und dazu auch den direkten Zug aufs Tor, wenn es um sekundenaktuelle Sportnachrichten geht."

Neue Horizonte

Mit den Jahren wuchs nicht nur der Seitenumfang des ORF-Teletext, auch die inhaltliche Bandbreite weitete sich stetig. 1981 bot der Teletext zur Live-Übertragung der Oper “Andre Chenier” von Umberto Giordano aus der Wiener Staatsoper erstmals deutsche Untertitel an. Gehörlose und Hörbeeinträchtigte freuen sich seit 1985 über die Untertitelung der von “Zeit im Bild”. Seit den 1990ern wird die inhaltliche Palette von Nachrichten, Sport und Service stetig erweitert. Diese Anpassungsfähigkeit mag einer der Gründe sein warum sich, allen Unkenrufen zum Trotz, der Teletext noch immer gegen das scheinbar übermächtige Internet durchsetzen kann.

Termine

Die kurzweilige Zeitreise durch mehr als drei Jahrzehnte Mediengeschichte kann noch bis 31. März im AEC in Linz angetreten werden. Übrigens wird das AEC dem Phänomen Teletext auch nach Außen hin deutlich sichtbaren Tribut zollen. Für die Dauer der Ausstellung erstrahlt die Fassade des AEC eine Stunde täglich in den Mustern und Farben des ORF TELETEXT. Im Februar lässt sich das Schauspiel von 20-21 Uhr betrachten, im März von 22-23 Uhr.

Autor: Gerlinde Vierziger, 27.01.2015