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Sie wollen Ihre Haut tierfrei pflegen? Das sollten Sie beachten
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Vegane Kosmetik: Nicht nur schön, sondern auch gut

23.06.2015 um 13:24, Maria Zelenko
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Neun Prozent der Österreicher verzichten beim Essen auf Fisch und Fleisch, ein weiteres Prozent ernährt sich ganz ohne tierische Produkte. Vegan leben geht aber über das Essen hinaus: Auch das Badezimmer ist immer öfter „tierfreie Zone“.

Vegan bedeutet Verzicht auf Rohstoffe tierischen Ursprungs. Diese Lebensweise findet immer mehr Anhänger, gerade in Österreich: Wien gilt neben Berlin bereits als der vegane Hotspot Europas. Wer Tiere und deren Produkte aus Nahrung und Kleidung komplett verbannt hat, möchte auch seine Haut tierfrei pflegen. Christina Wolff-Staudigl, Geschäftsführerin der Naturparfümerie Staudigl: „Wir haben in letzter Zeit sehr häufig die Frage nach veganer Kosmetik: von Kunden, deren ganzer Lebensstil ­vegan ist, aber auch von ­Kunden, die vegan einfach einmal testen möchten.“

Das Tier in mir

Welche Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs sind eigentlich in konventioneller Kosmetik enthalten? Zum Beispiel Allantoin, ein Abbauprodukt der Harnsäure im Eiweißstoffwechsel von Säugetieren – kommt in Bodylotions vor. Biotin aus Ei, Leber oder Milch, ist als Konsistenzgeber in zahlreichen Shampoos und Cremes enthalten. Kollagen, hergestellt aus Tiergewebe, sorgt in Cremes für eine ­pralle Haut. Keratin wird häufig aus zermahlenen Hufen, Federn und Hörnern hergestellt. Und so weiter …

Naturkosmetik ist nicht gleich vegan

Natürlich vegan?

Doch selbst in sogenannter Naturkosmetik steckt so manches vom Tier. „Hier wird sehr gerne Bienenwachs in Lippenstiften und Wimperntusche verwendet. Ebenso Carmine, die das Rot in den Lippenstiften intensivieren“, so Christina Wolff-Staudigl. „Aber keine Sorge, es gibt für alles eine sehr gute vegane ­Alternative.“ Doch umgekehrt sind manche Inhaltsstoffe ­vegan, bei denen man es vom Namen nach nicht vermuten würde, wie Milchsäure. Sie wird nicht etwa aus Milch, sondern aus Lactobacillus-Arten oder synthetisch gewonnen. Dass Kakaobutter keineswegs aus Butter besteht, sondern aus dem Fett der Kakaonuss, weiß auch nicht unbedingt jeder. Wer sich vegan pflegen will, tut also gut daran, ein Fach­geschäft aufzusuchen, das diesen Namen auch verdient – mit geschultem Personal, welches den Unterschied ­zwischen „irgendwie total bio“ und vegan kennt.

Fisch im Lack

Denn manchmal steckt Tierisches auch in Produkten, in denen man es nun wirklich nicht vermutet. Oder hätten Sie auf Nagellack getippt? Hier ist häufig Guanin im Spiel, das aus Fischschuppen gewonnen wird. Doch zum Glück gibt es, Vegan-Boom sei Dank, auch hier bereits Alternativen. Der Hersteller Zoya verzichtet komplett auf Guanin und produziert auch ohne den tierischen Rohstoff schöne, hochglänzende und haltbare Lacke. Weitere „lobende Erwähnungen“ gebühren der Naturkosmetik-Kette Lush (Produkte sind zu 85 Prozent vegan), dm (kennzeichnet auf der Homepage alle veganen Produkte) und dem ­Label Ilia (für seine veganen Lippenstifte).

Ein Freund, ein guter Freund

Vielleicht gehören Sie ja zu den Menschen, die mit einer veganen Lebensweise liebäugeln, sich aber nicht recht drübertrauen. Wird mir der Verzicht schwer fallen? Wo kaufe ich ein, wie ernähre, kleide und pflege ich mich vegan? Antworten auf diese Fragen geben die „Vegan Buddies“ der Veganen Gesellschaft. Einfach eine Mail an info@vegan.at schreiben, ein erfahrener ­Veganer antwortet. Bis dahin hilft auch ein Blick auf die Seite der Tierschutzorganisation Peta. Hier findet sich eine Liste veganer Kosmetikprodukte (www.peta.at).

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