Das österreichische (Un-)Wort des Jahres

Die Wahl war heuer eher weniger durch originelle Ausdrücke gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Themen, die die Österreicher bewegen.
Autor: APA Chronik, 01.12.2022 um 09:27 Uhr

"Inflation" ist das österreichische Wort des Jahres 2022. Die Preissteigerungen sind für die meisten Menschen ein neues und ungewohntes Phänomen, das durch die hohen Energiepreise und den Ukraine-Krieg verursacht wird und den Lebensstandard vieler Menschen massiv senkt, so die Jury zur Wahl.

Rund ein Drittel der Stimmen für „Inflation“

Insgesamt wurden 12.051 Stimmen zur Wahl des österreichischen Wortes des Jahres abgegeben. "Inflation" erhielt 3.904 Stimmen. Mit knapp 1.000 Stimmen weniger (2.873) erreichte "Klimabonus" den zweiten Platz, auf Platz drei landete das Wort "Korruption" mit 1.359 Stimmen.

 Unwort des Jahres

Auch das Unwort des Jahres 2022 spiegelt die Sorgen und Ängste der Österreicher wider. Auf Platz 1 mit 2.596 von 7.835 abgegebenen Stimmen wurde "Energiekrise" gewählt. Zum Unwort wird es, da durch den ständigen Hinweis auf die Verknappung der Rohstoffe die unkontrolliert hohen Gewinne der Energiekonzerne beschönigt werden, so die Jury. "Heizschwammerl" landete dazu passend auf den zweiten Platz, auf Platz drei wurde das "Beinschab-Tool" mit 1.058 Stimmen gewählt. Das ist die Bezeichnung für die mutmaßliche Manipulation von Umfragen zugunsten des früheren Bundeskanzlers Sebastian Kurz und seiner damaligen Regierung durch die Meinungsforscherin Sabine Beinschab.

Jugendwort des Jahres

Zum Jugendwort des Jahres 2022 wurde "smash" gewählt. Dieser Begriff wird vor allem als Verb ("smashen") benutzt und bedeutet so viel wie "mit jemandem etwas anfangen", "jemanden abschleppen" oder auch "mit jemandem Sex haben". Gleichzeitig scheint es einen Bedeutungswandel durchlaufen zu haben und als Adjektiv die Stelle von Verstärkungswörtern wie "geil", "super", "klass" einzunehmen.