Wiener Bierwirt muss wegen Mordes vor Gericht

Der Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger will gegen die Mordanklage keinen Einspruch erheben. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. Die erschossene Frau - eine Krankenschwester - soll wenige Tage vor den tödlichen Schüssen ihre 15-jährige Beziehung zu dem 43-Jährigen endgültig beendet gehabt haben.

Zwei Schüsse auf Ex-Freundin

Darauf soll er bewaffnet in ihrer Wohnung aufgetaucht und in Gegenwart eines Nachbarn in Tötungsabsicht zwei Mal auf sie gefeuert haben. Die Beziehung lief nicht immer harmonisch, immer wieder kam es zu kurzen Trennungsphasen. Der Verdächtige brachte es zu einiger unrühmlicher Berühmtheit, indem er einen Rechtsstreit mit der Grünen Klubobfrau Sigrid Maurer anzettelte. Seit dieser Zeit soll auch sein Alkohol- und Drogenkonsum zugenommen haben, was in der Beziehung mit seiner Freundin zu massiven Problemen führte.

Vater warf Bierwirt aus der Wohnung

Etwa eine Woche vor den tödlichen Schüssen - die Frau erlag in einem Spital ihren Verletzungen - war es bereits zu einem gefährlichen Zwischenfall in der Wohnung der 35-Jährigen gekommen. Der Bierwirt verhielt sich der Familie der Frau derart ungehörig, dass der Vater der 35-Jährigen den Mann aus den Räumlichkeiten warf. Dabei nahm der 43-Jährige eine Waffe, repetierte und richtete sie auf den Schwiegervater.

Opfer machte mit 43-Jährigem Schluss

Nach dem Vorfall wurde keine Anzeige erstattet, jedoch beendete die 35-Jährige nun endgültig die Beziehung zu dem Gastronomen. Am 29. April kam der Verdächtige erneut zur Wohnung zur nunmehrigen Ex-Freundin. Obwohl Nachbarn auf Besuch waren, zog er eine Waffe und schoss der Frau laut Anklage gezielt auf den Oberschenkel und in den Kopf.

Nach der Tat trank er eine Flasche Rum

Danach setzte er sich in den Innenhof der Wohnhausanlage und trank eine Flasche Rum sowie eine Flasche Vodka fast zur Gänze aus, bis ihn die Polizei festnahm. "Es tut ihm furchtbar leid", meinte nun sein Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger. Er habe die Tat "im Zustand voller Berauschung" begangen und sei deshalb nicht schuldfähig, sagte Arbacher-Stöger. Neben Mord legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten auch schwere Nötigung und unerlaubten Waffenbesitz zur Last.

Gutachten bestätigt hohe Gefährlichkeit

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten ergab, dass von dem Beschuldigten eine hohe Gefährlichkeit ausgeht, weshalb zusätzlich die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach Paragraf 21/2 Strafgesetzbuch (StGB) beantragt wurde.

Autor: APA Chronik, 28.10.2021