Australien: Gefangen auf Kreuzfahrtschiff

Rund 800 Passagiere des Luxusliners „Viking Orion“ haben zwischen Neuseeland und Australien rund eine Woche lang nicht an Land gehen dürfen. Der Rumpf des Schiffes war von Mikroorganismen befallen.
Autor: APA Chronik, 02.01.2023 um 09:27 Uhr

An der Außenwand des Schiffes habe sich sogenanntes Biofouling gebildet, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP. Eine solche Ansiedlung von Organismen kann zur Einschleppung und Verbreitung nicht-einheimischer Arten führen. Mehrere Häfen in Australien, Neuseeland und Tasmanien ließen das Schiff nicht in den Hafen und somit die Passagiere nicht an Land.

Australien: Strenge Einreiseregeln

Australien hat in puncto Biosicherheitsrisiken sehr strikte Regeln, um seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Nachdem das Schiff am Stefanitag in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington in See gestochen war, verweigerten gleich vier Häfen das Anlegen: Christchurch und Dunedin auf der Südinsel Neuseelands sowie Hobart im australischen Tasmanien und Adelaide in Südaustralien.

Taucher rückten zur Reinigung aus

Bevor das Schiff Kurs auf Melbourne nehmen durfte, musste es zunächst außerhalb australischer Gewässer von professionellen Tauchern gereinigt werden – etwa 22 Kilometer vor der Küste der Stadt Victor Harbor. "Das Schiff muss einer Rumpfreinigung unterzogen werden, um das Biofouling zu entfernen und zu verhindern, dass potenziell schädliche Meeresorganismen vom Schiff eingeschleppt werden", zitierte AAP das Ministerium für Fischerei.

Luxusliner wieder auf Kurs

Am Montag war die "Viking Orion" aber laut der Website vesselfinder.com endlich auf dem Weg nach Melbourne. Obwohl das Schiff mehrere planmäßige Stopps an Land auslassen musste, um die erforderliche Säuberung durchzuführen, werde es voraussichtlich am Dienstag seine Fahrt auf der geplanten Reiseroute fortsetzen, teilte die Reederei Viking Cruises mit. Der Kapitän entschuldigte sich bei den Gästen. Sie sollen später für die ausgefallenen Landgänge entschädigt werden.