Usbekistan: Kinder sterben nach Hustensaft-Einnahme

Knapp 20 Kinder sollen nach der Verabreichung eines Hustensafts aus Indien verstorben sein. Ein Verfahren wegen des Vertriebs von gepanschten Medikamenten wurde bereits eingeleitet.
Autor: APA Chronik, 29.12.2022 um 14:57 Uhr

In Usbekistan sind nach Angaben der Behörden 19 Kinder womöglich nach der Einnahme von Hustensaft aus Indien gestorben. Die Staatsanwaltschaft habe ein Verfahren wegen des Vertriebs von gepanschten Medikamenten eingeleitet, teilte die Nachrichtenagentur Fergana am Donnerstag mit.

Hustensirup-Proben: Ermittlungen laufen bereits

Zuvor hatte bereits eine Sprecherin des usbekischen Geheimdienstes erklärt, die Tatverdächtigen säßen in Untersuchungshaft. Ermittelt werde gegen Verantwortliche bei der Firma Quramax Medical, die den Hustensaft importiert hat, sowie bei der GmbH "Wissenschaftliches Zentrum für die Standardisierung von Medikamenten" in Usbekistan. Über die Anzahl der Verhafteten machte die Sprecherin keine Angaben.

Das indische Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass sie im Zusammenhang mit dem Sirup Dok1 Max der indischen Pharmafirma Marion Biotech mit den usbekischen Behörden in Kontakt stünden. Die örtliche Arzneimittelbehörde hätte zudem eine Inspektion der Produktionsstätte im Bundesstaat Uttar Pradesh durchgeführt und Hustensirup-Proben mitgenommen, die an ein Labor zur Auswertung gesendet würden. Der indischen Nachrichtenagentur ANI sagte ein Firmenmitarbeiter, dass die Produktion des Sirups inzwischen gestoppt worden sei.

Kostengünstige Medikamente aus Indien

Indien ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt viele Medikamente kostengünstig besonders für ärmere Länder her. Vor einigen Wochen warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits vor mehreren in Gambia vertriebenen Husten- und Erkältungssäften aus Indien, die im Verdacht stünden, akutes Nierenversagen auszulösen und den Tod von Dutzenden Kindern verursacht zu haben.